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Stiftung Preußischer Kulturbesitz Tagebücher von Humboldt bleiben in Deutschland

05.12.2013, 01:09

Berlin (dpa) l Die Südamerika-Tagebücher des Forschers Alexander von Humboldt (1769-1859) bleiben in Deutschland. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übernimmt die Aufzeichnungen des Forschers vom bisherigen Eigentümer Ulrich von Heinz, einem Nachfahren der Familie Humboldt. Die Tagebücher gehörten zu den wichtigsten wissenschaftlichen Dokumenten des 19. Jahrhunderts, erklärte der Präsident der Preußenstiftung, Hermann Parzinger. Sie seien nun für den Forschungsstandort Deutschland gesichert. Der Kauf sei von privaten und öffentlichen Geldgebern finanziert worden, über die Summe machte die Stiftung keine Angaben.

Die Tagebücher entstanden zwischen 1799 und 1804

In seinen Tagebüchern zeichnete Humboldt auf rund 4000 Seiten seine fünfjährige Südamerika-Expedition nach. Das Tagebuch gilt als Schlüsseldokument zur "zweiten Entdeckung Amerikas", wie Humboldts Forschungsreise durch Mittel- und Südamerika von 1799 bis 1804 auch genannt wird. Die Tagebücher werden nun in der Berliner Staatsbibliothek aufbewahrt. Der bisherige Besitzer Ulrich von Heinz sagte, er habe immer angestrebt, dass die Tagebücher in Berlin bleiben. Es habe großes Interesse auch aus Lateinamerika, darunter aus Mexiko, gegeben.

Hätte es keine Einigung gegeben, wären die Tagebücher in ein anderes Land gekommen. Mit dem Erlös wolle er das Humboldt-Schloss in Berlin-Tegel erhalten. Die Tagebücher seien in einer komplizierten Verhandlungslage nur mit Engagement des Bundes für Deutschland gesichert worden, sagte Hagen Philipp Wolf, Sprecher von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Die Tagebücher waren im Mai 1945 von der Roten Armee nach Moskau gebracht worden. 1958 übergab die Sowjetunion die Werke an die Staatsbibliothek in Ost-Berlin.