Die größte Summe aller Zeiten

DHDL: Diese Gründer-Forderung macht die Löwen sprachlos

Bei der "Höhle der Löwen" geht es regelmäßig um große Summen. So viel Geld wie drei junge Schweizer wollte aber noch niemand haben. Da wurden am Montagabend auch die abgebrühtesten Löwen kurz sprachlos.

12.10.2021, 16:18 • Aktualisiert: 12.10.2021, 16:20
Der Scewo-Rollstuhl kann sogar Treppen steigen. Dch kein DHDL-Investor traute sich.
Der Scewo-Rollstuhl kann sogar Treppen steigen. Dch kein DHDL-Investor traute sich. Foto: RTL/Bernd-Michael Maurer

Magdeburg/Köln/DUR/slo – Da war auch der abgebrühteste Investor kurz sprachlos: Bei der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ standen am Montag drei Gründer mit der bisher höchsten aufgerufenen Investitionssumme vor der Kamera. Das Schweizer Trio von „Scewo“ forderte fünf Millionen Euro!

„Wir haben den wohl coolesten Elektro-Rollstuhl der Welt entwickelt“, präsentierten Thomas Gemperle, Pascal Buholzer und Bernhard Winter ihr Produkt. Ihr Gefährt bewältigt nicht nur Holperstrecken und Waldboden sondern kann sogar Treppen nach oben fahren. Als die fünf Investoren das hören und sehen, weicht der Schock einem ehrlichen Lob.

Aber investiert einer der „Löwen“? Zumal es für fünf Millionen Euro nur zehn Prozent der Firmenanteile gibt. Denn die drei Schweizer, die bereits rund 30 Angestellte haben, bewerten ihre Firma bereits mit fünfzig Millionen Euro.

So ist der ehemalige Formal-1-Fahrer Nico Rosberg hellauf begeistert, springt trotzdem ab. „Die Summe sprengt für mich den Rahmen. Ich kann nicht so viel Geld in ein einziges Startup stecken“, entschuldigt er sich. Auch Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Ralf Dümmel steigen schnell aus. Carsten Maschmeyer hingegen überlegt lange – und sorgt für ein weiteres Novum: Nicht die Gründer, sondern der Investor greift zum Telefonjoker.

Nach längerer Beratung mit einem Geschäftspartner ist dann aber auch Maschmeyer raus. Ihm ist der Preis von 36.000 Euro pro Rollstuhl zu hoch. „Ihr habt einen Rolls-Royce gebaut“, so der „Löwe“. „Aber im Rollstuhlsegment gibt es nur wenige Rolls-Royce-Fahrer.“

Bei vielen Zuschauern der Sendung kam die Entscheidung der TV-Investoren nicht gut an, sie hätten sich mehr Mut und gesellschaftliches Engagement gewünscht.

„Wir haben bereits damit gerechnet, dass es zu keinem Deal kommen wird“, meint Mitgründer Thomas Gemperle im Nachklang der Sendung. "Es ist uns bewusst, dass man fünf Millionen nicht einfach mal so investiert und es dazu weitere Abklärungen braucht.“ Die Firma habe inzwischen auf anderen Wegen knapp acht Millionen Euro Kapital eingesammelt.

Durchaus möglich, dass bei den drei Schweizern zudem bald noch ein ganz anderer Geldgeber auf der Matte steht. Nachdem der Hightech-Rollstuhl in der Sendung euphorisch als der „Tesla unter den Rollstühlen“ präsentiert wurde, machte Nico Rosberg gleich mal den Chef des E-Auto-Bauers auf das Produkt aufmerksam.

Bei einem Vermögen, das laut „Forbes“ bei über 200 Milliarden liegen soll, wären fünf Millionen Euro für Elon Musk tatsächlich nur eine Kleinigkeit.