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Fall aus Brandenburg Frauen-Killer "Rosa Riese": Wie die "Bestie von Beelitz" eine ganze Region terrorisierte

Kurz nach dem Mauerfall treibt ein Serienmörder in Brandenburg sein Unwesen. Wegen seiner Körpergröße und weil er rosafarbene Damenunterwäsche trug, ging der Mörder als "Rosa Riese" in die Kriminalgeschichte ein.

Von Tim Müller 25.02.2026, 15:23
Der "Rosa Riese" hielt sich manchmal tagelang im Wald auf und tötete vor allem Frauen.
Der "Rosa Riese" hielt sich manchmal tagelang im Wald auf und tötete vor allem Frauen. Foto: SWR/Kinescope Film/Henning Wirtz

Groß Kreutz (Havel)/DUR. – Ein Serienmörder hat in der Nachwende-Zeit den brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark in Angst und Schrecken versetzt. In der Presse wurde der Mörder wegen seiner Körpergröße und des Tragens von rosafarbener Damenunterwäsche als "Rosa Riese" bezeichnet.

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In einer "ARD Crime Time"-Dokumentation mit dem Titel "Rosa Riese – Jagd auf ein Phantom" begibt sich Kriminalbuchautorin Sophie Sumburane auf eine düstere Spurensuche rund um den Serienkiller.

Sophie Sumburane ist Kriminalbuchautorin. Für die Dokumentation begab sie sich auf Spurensuche an den Tatorten der schrecklichen Mordserie des "Rosa Riesen".
Sophie Sumburane ist Kriminalbuchautorin. Für die Dokumentation begab sie sich auf Spurensuche an den Tatorten der schrecklichen Mordserie des "Rosa Riesen".
Foto: FWR/Kinescope Film/Henning Wirtz

Erster Mord des "Rosa Riesen": Falscher Verdächtiger nimmt sich das Leben

Die schreckliche Serie des "Rosa Riesen" beginnt knapp 30 Kilometer westlich von Potsdam, in der Bungalowsiedlung Deetz, einem Ortsteil der Stadt Groß Kreutz. Im Oktober 1989 wird Edeltraud N. am helllichten Tage bei Gartenarbeiten ermordet. Nachbarn finden wenig später die schwer zugerichtete Leiche der 51-Jährigen vor einer Hecke und in eine Decke gewickelt.

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"Wir haben die alle gekannt", erzählt Manfred Apel in der ARD-Doku "Rosa Riese – Jagd auf ein Phantom". "Und 'ne Stunde vorher hab ich noch mit ihr gesprochen. Und dann kommst du her und findest sie als Leiche."

Zuerst verdächtigen die Ermittler den Ehemann des Opfers. Obwohl dieser von der Polizei später als Täter ausgeschlossen wird, reißen die Gerüchte in der Bevölkerung nicht ab. Von der Vorverurteilung gequält, nimmt sich der Ehemann von Edeltraud N. das Leben.

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Ermittler finden Unterwäsche-Lager an Tatort

Ein halbes Jahr später kommt es in der Region zu einem weiteren Mord. Ein Mann findet am Rande einer Müllkippe seine tote Ex-Frau Christa N. Die 55-jährige Betreiberin der Müllkippe liegt begraben unter Kleidungsstücken.

Der Tatort in Ferch befindet fast 100 Kilometer vom ersten Tatort entfernt. Trotz ähnlicher Todesumstände stellen die Ermittler nicht direkt einen Zusammenhang her.

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Wenig später verschwindet die 34-jährige Inge F. nahe Borkheide. Auf der Suche nach der vermissten Köchin finden die Polizisten auch mehrere Unterwäsche-Lager. Nach ganzen acht Tagen entdecken die Ermittler die Leiche von Inge F. am Waldrand – verborgen unter Reisig und Moos. Sie trägt ein Bikini-Oberteil, welches nicht ihr gehört. Inge F. wurde außerdem noch nach ihrem Tod sexuell geschändet.

In den Wäldern von Potsdam-Mittelmark fanden die Ermittler immer mehr Damenunterwäsche. Der "Rosa Riese" sammelte diese in Depots.
In den Wäldern von Potsdam-Mittelmark fanden die Ermittler immer mehr Damenunterwäsche. Der "Rosa Riese" sammelte diese in Depots.
Foto. SWR/Kinescope Film/Henning Wirtz

Nun erkennen die Ermittler den Zusammenhang zu den ersten beiden Morden und merken: Es handelt sich um einen Serienmörder. Die Boulevard-Presse macht den Fall publik und bezeichnet den Mörder als "Bestie von Beelitz" oder als "Rosa Riese". 

"Rosa Riese" hatte Opfer in allen Altersschichten

Einige Tage später werden die 44-jährige Tamara P. und ihr drei Monate alter Sohn Stanislaw umgebracht. Angst und Schrecken in der Bevölkerung nehmen zu und der Druck auf die Ermittler wächst.

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Zwei Wochen später dann der nächste Schock: Zwei zwölfjährige Freundinnen werden bei Sputendorf angegriffen und lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Kurz darauf wird die stark verweste Leiche der 66-jährigen Talita B. in ihrem Haus in Fichtenwalde gefunden. Die Polizei setzt eine Belohnung von 20.000 D-Mark auf Hinweise zur Ergreifung des Serienmörders aus.

Jogger beobachtet "Rosa Riesen" im Wald: So fasste er den Serienmörder

Schließlich bringt ein Hinweis aus der Bevölkerung den großen Durchbruch: Mike Klein, leidenschaftlicher Jogger, beobachtet ein verdächtiges Zelt im Wald. Es ist umgeben von Damenunterwäsche und Erotikmagazinen. Umgehend verständigt er die Polizei und will die Belohnung kassieren.

Während die Polizei dem "Rosa Riesen" im Unterholz eine Falle stellen will, nehmen Mike Klein und ein Kumpel die Sache selbst in die Hand. Die Männer können Wolfgang Schmidt, einen ehemaligen Beamten der Volkspolizei-Bereitschaft, im Wald stellen und an die Polizei übergeben.

"Rosa Riese": Verurteilter Serienmörder lebt heute als Transfrau im Maßregelvollzug

Nach nicht einmal vier Stunden Vernehmung gesteht Wolfgang Schmidt alle Taten. Er ist verantwortlich für sechs Morde und drei versuchte Morde in der Region. 1992 wird Schmidt zu 15 Jahren Haft und Unterbringung im Maßregelvollzug verurteilt. 

Doch den Wolfgang Schmidt von damals gibt es nicht mehr. Wie in der Dokumentation bekannt wird, lebt der "Rosa Riese" nach einer Hormontherapie heute als Transfrau Beate mit fast 60 Jahren noch immer im Vollzug in einem Fachklinikum.

Das Erste hat am Montag, dem 23. Februar, bereits den 1. Teil "Rosa Riese – Jagd auf ein Phantom" gezeigt. Teil 2 und 3 laufen direkt hintereinander im SWR in der Nacht zum 19. März ab 1.30 Uhr. Den Dreiteiler gibt es auch jederzeit auf Abruf in der ARD-Mediathek.