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Davidstern-Skandal "Bäm, bäm, bäm": Hotelmitarbeiter bricht nach Ofarims Dschungel-Sieg sein Schweigen

Nach dem Sieg von Gil Ofarim im Dschungelcamp meldet sich jetzt der Mann zu Wort, den der Musiker 2021 fälschlich beschuldigt hatte. Der Leipziger Hotelmitarbeiter schildert erstmals ausführlich, was damals aus seiner Sicht geschah.

Von Franziska Peinelt 10.02.2026, 12:42
Neue Diskussionen um Gil Ofarim entfacht: Nur Stunden nach dem Sieg beim Dschungelcamp äußert sich der Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. erstmals öffentlich.
Neue Diskussionen um Gil Ofarim entfacht: Nur Stunden nach dem Sieg beim Dschungelcamp äußert sich der Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. erstmals öffentlich. (Foto: RTL)

Leipzig. – Nach dem Sieg im RTL-Dschungelcamp steht Gil Ofarim weiter im Zentrum einer Debatte. Nur wenige Stunden nach der Krönung bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" meldet sich der Mann in einem Zeit-Interview zu Wort, den der Musiker 2021 des Antisemitismus beschuldigt hatte.

Die Schilderungen von Markus W. werfen ein neues Licht auf den damaligen Vorfall in Leipzig und auf die Folgen, die bis heute nachwirken.

Gil Ofarim: Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. schildert Davidstern-Skandal

Die Geschichte begann laut Markus W. mit einem alltäglichen Problem. Wegen technischer Schwierigkeiten habe sich der Check-in verzögert, Ofarim habe warten müssen. Als er schließlich an der Reihe gewesen sei, habe sich die Stimmung zugespitzt. 

"Als er an der Reihe war und seine Karte bekommen sollte, sprach er mich an. Er war sehr aufgebracht, zeigte mit dem Finger auf mich und pöbelte, was das für ein Scheißladen sei", so Markus W. Dann habe Ofarim gedroht, die "Zustände hier" öffentlich zu machen.

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Der Musiker habe in die Hände geklatscht und "bäm, bäm, bäm" gesagt. Daraufhin habe der Hotelmitarbeiter Markus W. reagiert: "Da habe ich ihm den Meldeschein weggezogen und ihm gesagt, dass er unter diesen Umständen nicht unser Gast sein kann."

Gil Ofarims Video-Vorwurf löste Kettenreaktion aus

Kurz darauf veröffentlichte Ofarim ein Video, in dem er dem Hotelangestellten Antisemitismus vorwarf. Das Gericht stellte später fest, dass diese Darstellung nicht zutraf. Für Markus W. begann eine Zeit massiver Belastungen.

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Er berichtet von einem Ausnahmezustand im Hotel und einer Welle von Anfeindungen. Über seine dienstliche Mail-Adresse sei sogar eine Morddrohung eingegangen. Auch seien seine Social-Media-Profile mit Nachrichten überflutet worden: "Es war wie im Film."

Auch das Hotel in Leipzig selbst wurde jüngst nach Ofarims Aussagen im Dschungelcamp attackiert, wie Tag24 herausfand. Mittlerweile wurden die diesbezüglichen Google-Bewertungen – positive wie negative – wieder gelöscht.

Prozess und Entschuldigung von Gil Ofarim

Im Verfahren vor dem Landgericht Leipzig wurde die Darstellung des Musikers widerlegt. Ofarims Anwälte seien auf ihn zugekommen und hätten ihm offenbart, dass sich der Musiker bei ihm entschuldigen wolle. Sie hätten auch gefragt, ob Markus W. unter diesen Umständen einer Einstellung des Verfahrens zustimmen würde.

Markus W. weiter: "Ich habe mich darauf eingelassen, auch weil ich die Sache endlich abschließen wollte. Nun aber machte Herr Ofarim zweifelhafte Andeutungen. Das wirkt für mich sehr befremdlich."

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Markus W. betont in dem Zeit-Interview außerdem, dass es keine Schweigepflicht gebe: "Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen. Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich."

Persönliche Folgen für Hotelmitarbeiter Markus W. reichen bis ins Privatleben

Die Ereignisse hätten nicht nur berufliche, sondern auch private Konsequenzen für den Hotelmitarbeiter gehabt. Aus Angst vor weiterer Aufmerksamkeit habe er zwei Familienfeiern vermieden. So habe er die Hochzeit seiner Bruders und den 60. Geburtstag seiner Eltern verpasst.

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"Aus Angst davor, dass irgendwer ein Foto von mir machen könnte, auf dem ich feiernd oder lachend zu sehen bin", begründet er sein Verhalten im Zeit-Interview.

Heute arbeitet Markus W. nach eigenen Angaben nicht mehr im Hotel. Auch habe er seine 20.000 Euro Schadensersatzzahlung bisher noch nicht erhalten.