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TV-TippNeue ARD-Serie zeigt Notärzte als Helden

Sabrina Amali ist Titelheldin des ARD-Formats „Die Notärztin“. Die Schauspielerin fuhr als Vorbereitung mit Rettungskräften zu echten Einsätzen. „Ohne diese Menschen fällt unser System auseinander.“

Von Christof Bock, dpa 12.02.2024, 17:14
Sabrina Amali (r.) als Notärztin Dr. Nina Haddad und Max Hemmersdorfer (l.) als Feuerwehrmann Markus Probst in einer Szene aus „Die Notärztin“.
Sabrina Amali (r.) als Notärztin Dr. Nina Haddad und Max Hemmersdorfer (l.) als Feuerwehrmann Markus Probst in einer Szene aus „Die Notärztin“. Volker Roloff/ARD/dpa

Mannheim - Der quotenstarke Dienstagabend ist für die ARD der vermutlich wichtigste Sendeplatz nach dem Sonntagskrimi. Oft geht es ab 20.15 Uhr dann um die kleinen und großen Dramen des Alltags, um das Liebesleben von Klinikärzten („In aller Freundschaft“), Veterinären („Tierärztin Dr. Mertens“) oder Juristen („Die Heiland – Wir sind Anwalt“). 

Nicht unbedingt ein Raum für Experimente. Dennoch haben sich die Macher der in Mannheim gedrehten Dienstagabendserie „Die Notärztin“ erfreulich viel getraut. Sie zeigen eine Heldin, die nicht nur mit den üblichen inneren Kämpfen beschäftigt ist. Es geht viel um die Realität in einem der wichtigsten Berufe überhaupt: Notfallmediziner haben lange Schichten, enormen körperlichen Einsatz, seelische Belastung und die Verrohung der Gesellschaft zu meistern. Shooting-Star Sabrina Amali glänzt in der Hauptrolle als Heldin mit Ecken und Kanten. Amali hofft, dass die neue Serie das Publikum „nicht nur begeistert, sondern auch sensibilisiert“.

Praktikum beim Berliner Rettungsdienst

Für Amali, die nach eigener Beschreibung beim Einstudieren ihrer Rollen sehr detailverliebt ist, war das Notfallwesen vor diesem Projekt eine eher unbekannte Welt. Sie entschloss sich, zwei Tage Praktikum beim Berliner Rettungsdienst in Kreuzberg und Neukölln zu absolvieren. „Das war ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben.“ Ihr Fazit: „Ohne diese Menschen fällt unser System auseinander.“ Sie könnte davon sehr viele Geschichten erzählen, sagt sie. Aber sie habe versprochen, das nicht zu tun. Sie habe viele verschiedene Wohnungen mit vielen verschiedenen Welten gesehen: „Was mir sehr zu schaffen gemacht hat, ist die Verwahrlosung und Vereinsamung gewesen“, sagt Amali. „Krankheiten, die man allein irgendwie zu überleben versucht. Die Überlastung der Krankenhäuser fiel mir natürlich auch auf. Es wurde immer eher davon abgeraten, ins Krankenhaus zu gehen. Da wartet man zehn Stunden, zum Teil in irgendwelchen Gängen, das ist schon ein Ausnahmezustand.“

12 Stunden am Tag im Ausnahmezustand

Die 1992 geborene Schauspielerin („Gegen die Angst“) mimt ab 13. Februar Dr. Nina Haddad, die neue Notärztin auf der Mannheimer Feuerwache III. Ihr wichtigster Mitstreiter ist Notfallsanitäter Paul Raue (Paul Zichner). Zum Team gehören auch Feuerwehrmann Markus Probst (Max Hemmersdorfer), Brandmeister Piotr Rogosa (Mark Zak) und die furchtlose Billy Johannes (Anna Schimrigk). Sie helfen schwer verletzten Unfallopfern, Drogenabhängigen oder Menschen mit psychischen Problemen - kein Einsatz ist wie der davor oder danach. 

Sie habe Hochachtung vor Rettungskräften, schildert Amali ihre Erfahrungen: „Ich weiß nicht, wie sie das tun, wie sie sich für dieses Leben entscheiden. Der Preis ist so unfassbar hoch.“ Zehn Stunden gehe eine Schicht. „Die kommen auch immer eine Stunde vorher und bleiben eine Stunde länger, um die andere Schicht abzulösen, weil sie zusammensitzen und sich die Geschichten anhören. Der Fahrer vorher berichtet von der Schicht, um es nicht mit nach Hause zu nehmen.“ Somit sei die Arbeitszeit eigentlich bis zu zwölf Stunden lang. „24 Stunden am Tag läuft dieser Apparat, nachts, tags, bei jedem Wetter. Was man sich auch nicht denkt. Diese ganzen Sicherheitsklamotten bei 40 Grad, der Rucksack voller Medikamente, der Defibrillator, wie viel der wiegt.“ Auch für sie als Schauspielerin war das kein einfacher Job: „Das war für mich ja schon körperlich eine Mammutaufgabe. Ich habe nach drei Monaten Drehzeit Muskeln und Hornhaut bekommen.“