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Experten entdecken rund 100 Werke, die dem jungen Caravaggio zugeschrieben werden / Weitere Überprüfungen sind nötig Unbekannte Zeichnungen und Gemälde eines späteren Meisters

07.07.2012, 03:17

Mailand (dpa) l Etwa 100 unbekannte Zeichnungen und Gemälde, die dem jungen Maler Caravaggio zugeschrieben werden, sind in Italien aufgetaucht. Es soll sich um Werke handeln, die der spätere Meister der frühbarocken "Helldunkel"-Malerei zwischen 1584 und 1588 als Teenager in der Werkstatt des Malers Simone Peterzano angefertigt habe.

Sie seien nach der langen und gründlichen Recherche einer Expertengruppe als seine Werke erkannt worden, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Diese Auffassung wird jedoch nicht von allen Kunstexperten geteilt.

Die Arbeiten wurden im Nachlass Peterzanos gefunden und befinden sich im Castello Sforzesco, einem Mailänder Schloss, das mehrere Museen beherbergt.

Caravaggio war im Jugendalter ein Schüler Peterzanos. Die Kunsthistoriker Maurizio Bernardelli Curuz und Adriana Conconi Fedrigolli haben den Nachlass und verschiedene Mailänder Kirchen durchkämmt und sind durch Vergleiche zu dem Schluss gekommen, dass es sich in der Tat um frühe Werke Caravaggios handele. Das Expertenpaar identifizierte ein "geometrisches Regelwerk" in den Zeichnungen, eine Art künstlerische DNA, die jeder Maler besitze.

Zudem seien verschiedene Motive - etwa Kopfstudien - wiedererkennbar, die Caravaggio dann in späteren Gemälden wieder aufgegriffen habe. Erweisen sich die Zeichnungen als echt, wären sie von großer kunstgeschichtlicher Bedeutung, da Caravaggio als Maler bekannt ist, der "nie zeichnete". Bisher sollen keine aus seiner Feder stammenden Skizzen und Entwürfe vorhanden sein. Mehrere Kunsthistoriker äußerten aber bereits Zweifel an der Echtheit: Weitere Überprüfungen seien unabdingbar.