Museen und Kinos profitieren Verregneter Sommer lässt Besucherzahlen steigen
Berlin (dpa). Museen und Kinos freuen sich über volle Häuser mitten im Sommer. Der Regen der vergangenen Wochen macht\'s möglich. Nur den Open-Air-Kinos bleiben Besucher aus.
Das meist miese Sommerwetter - wie auch für dieses Wochenende angekündigt - treibt viele Menschen in Deutschland in Museen und Kinos. Manche Filmtheater und Ausstellungen hatten im Juli fast doppelt so viele Besucher wie sonst zu dieser Zeit. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Die Leute, die sonst ins Schwimmbad gehen, kommen jetzt ins Kino", berichtete etwa Udo Klein vom Odeon-Apollo in Koblenz. Kalle Somnitz von den Düsseldorfer Filmkunstkinos freute sich über 50 Prozent mehr Zuschauer im Vergleich zum Juli 2010. "Sonst schreiben wir im Sommer rote Zahlen", sagte er. "Aber nicht in diesem Jahr."
Eine entscheidende Rolle spielte dabei der letzte Teil der Harry-Potter-Serie. Im vergangenen Sommer habe ein solcher Blockbuster gefehlt, sagte Klein. Pech nur für Freiluftkinos: Sturm, Dauerregen und herbstliche Temperaturen schreckten viele Besucher ab.
Für Juli-Verhältnisse großes Interesse melden auch viele Museen: In das Naturkundemuseum in Münster kamen 20000 Besucher - doppelt so viele wie im Vorjahr. Dem Bremer Überseemuseum haben die Regentage im Juli ein Besucherplus von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat beschert. "Es war letztes Jahr im Juli eine Super-Hitze. Da waren die Museen leer", erläuterte Sprecherin Cerstin Wille.
Auch das Klimahaus in Bremerhaven konnte sich über mehr Besucher freuen. Pro Tag kamen im Schnitt bis zu 3500 Gäste - etwa zehn Prozent mehr als im Juli 2010. "Das hat zum Teil mit dem Wetter zu tun, hängt aber auch mit den Ferien zusammen", sagte Arne Dunker.
"Mehr Gäste als das Haus verträgt"
Gut besucht waren die Veranstaltungen für Kinder im Ferienprogramm des Museums der bildenden Künste Leipzig. "Statt sonst drei kommen jetzt zehn Kinder", sagte Museumssprecher Jörg Dittmer.
Eng wurde es zeitweise mit mehr als 350 Besuchern im Otto-Lilienthal-Museum in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern). "Das waren deutlich mehr Gäste als das Haus verträgt", stellte Geschäftsführer Bernd Lukasch fest. Stephan Adam von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sagte: "Bei dem scheußlichen Wetter am letzten Wochenende hatten wir im Schloss eine hohe Besucherzahl."