Für die Generalintendantin des Theaters Magdeburg, Karen Stone, ist der Frauentag Anlass, Probleme zu benennen "Vielleicht sollte man den Männern Blumen schenken"
Magdeburg l Für Karen Stone ist es heute der dritte Frauentag, den sie in Magdeburg erlebt. "Und das ist schon ein Unterschied dazu, wie ich diesen Tag früher im Westen Deutschlands wahrgenommen habe", meinte die Generalintendantin des Theaters Magdeburg gestern im Volksstimme-Gespräch. "Im Gebiet der ehemaligen DDR hat dieser 8. März eine ganz andere Bedeutung, Geschichte und Dynamik", war von ihr zu hören. Etwas Vergleichbares hat sie weder in ihrem Heimatland England erlebt, noch in den USA, wo sie ebenfalls als Intendantin tätig war. "Man weiß zwar, dass es so einen Tag gibt, aber er wird wesentlich oberflächlicher wahrgenommen, eben als Anlass, auf bestimmte Missstände hinzuweisen" .
Blumen hat die Generalintendantin des Theaters Magdeburg an einem 8. März noch nie von ihren Kollegen bekommen, aber damit hat sie kein Problem, weil ihrer Ansicht nach die politischen Wurzeln dieses Datums und sein Anliegen entscheidend sind: "Für mich ist es wichtig, beispielsweise darauf hinzuweisen, dass immer noch viel zu wenig Frauen in Führungspositionen zu finden sind", argumentiert sie.
"Bei Intendantenstellen sind es gerade mal 20 Prozent in Deutschland. Auch in den technischen Bereichen der Theater arbeiten deutlich mehr Männer. Im künstlerischen Bereich ist das Verhältnis allerdings ausgewogen. Ein anderes Beispiel ist die Tatsache, dass Frauen nach wie vor deutlich weniger Geld verdienen als Männer - das sind für mich die wichtigen Frauentagsthemen, nicht die Blumen. Die sollte man vielleicht lieber den Männern schenken, damit sie daran erinnert werden, über diese Dinge nachzudenken", fügt sie schmunzelnd hinzu.
Auf die Frage, ob der 8. März nicht auch einen leicht charmanten Aspekt haben könnte, führte sie ihre Zeit in Italien ins Spiel: "Da wird einer Frau jeden Tag hinterhergepfiffen. Jedenfalls war das früher so, als ich dort gelebt habe."