Dresden (dpa) - Weibliche Schaufensterpuppen, getürmt zu einer Rakete: Das Thema der neuen Sonderschau "Gewalt und Geschlecht. Männlicher Krieg - weiblicher Frieden?" im Militärhistorischen Museum (MHM) der Bundeswehr spiegelt sich schon am Eingang.

Die Künstlerin Birgit Dieker hat mit Frauenkörpern die Form einer V2-Rakete nachempfunden. Die V2 wurde von der Wehrmacht gebaut und kam im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz.

Dieker thematisiert damit die Wechselwirkung von Waffen und Erotik. Es ist eines der zahlreichen Exponate in der neuen Schau des MHM, die noch bis zum 30. Oktober in Dresden zu sehen ist.

Mit rund 2000 Quadratmetern Fläche ist es die größte Ausstellung, die das MHM bislang gezeigt hat. Drei Millionen Euro hat sie gekostet. Die Sonderschau ist angelegt wie ein Theaterstück: Sie gliedert sich in mehrere Akte. Ein bewegbarer Theatervorhang in den Räumen trennt die einzelnen Themenabschnitte voneinander. Ein Thema ist etwa Gewalt, Macht und Herrschaft im Geschlechterverhältnis. Ein anderes die Frage: Was macht einen Mann zum Mann?

Hat Gewalt ein Geschlecht? "Es gibt sehr viel zu sagen zu dem Thema", sagte der Direktor des MHM, Armin Wagner, am Donnerstag. Die Ausstellungsmacher wollten aber keine Position vorgeben, sondern zur Diskussion anregen, betonte er.

Das Museum kommt mit seiner Ausstellung in einer Zeit, in der die #Metoo-Debatte in aller Munde ist. Noch interessanter macht die Ausstellung, dass die Geschlechterdiskussion in der Bundeswehr selbst in vollem Gange ist. In der kämpfenden Truppe sind Frauen erst seit 2001 zugelassen. Seit Jahren wird die Bundeswehr immer weiblicher. Im Dezember 2017 waren von 179 562 Soldaten 21 213 weiblich. 2010 waren von 217 418 Soldaten 17 533 weiblich.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Jahrbuch polizeiliche Kriminalistätistik 2016 - Tabelle 20

Angaben zu Frauen in der Bundeswehr

   

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