Shanghai (dpa) - Der mit einer Million US-Dollar ausgestattete und erstmals vergebene Nomura-Kunstpreis geht an die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo. Eine unabhängige, internationale Jury verlieh den höchstdotierten Preis für zeitgenössische bildende Kunst am Donnerstag in der ostchinesischen Hafenstadt Shanghai an die 61-Jährige, wie der japanische Finanzdienstleister Nomura mitteilte. Der Preis solle helfen, weitere Herausforderungen anzunehmen und neue Projekte ganz oder zeilweise zu finanzieren.

Die Künstlerin beschäftigt sich in Objekten, Skulpturen und großformatigen Installationen mit den Auswirkungen von Gewalt und Ausgrenzung in ihrer Heimat Kolumbien. Der Preis sei Salcedo "als Anerkennung für das tiefgründige und formal erfinderische Werk" verliehen worden, sagte Hajime Ikeda, Geschäftsführer von Nomura.

Salcedo zeigte sich überrascht von der Ehrung. "Die Realisierung von Projekten, die in der Lage sind, die Erfahrung von Gewaltopfern zu vermitteln, erfordert einen hohen Aufwand an Zeit und Organisation, manchmal mit vielen Mitarbeitern." Mit der Auszeichnung könne sie nun schneller Fortschritte bei ihrem Projekt machen, das hoffentlich viele Menschen erreichen werde. Salcedo will eine große Serie von Werken mit dem Titel "Acts of Mourning" fortsetzen.

Für die Jury sagte Nicholas Serota, Vorsitzender des britischen Arts Councils: "Seit über dreißig Jahren fertigt Doris Salcedo Skulpturen und Installationen, die die Qualen einfangen, die mit dem Verlust von Angehörigen verbunden sind, und die Erinnerung an traumatische Ereignisse im langen Bürgerkrieg in Kolumbien bewahren." Das Einfühlungsvermögen ihrer Sprache und der alltägliche Charakter ihrer Materialien verliehen ihrer Arbeit "eine universelle Bedeutung, die zu Menschen auf der ganzen Welt spricht".

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