Neukirchen l Die Fugensanierungen sind sichtbar, aber schwer im Bilde festzuhalten. Man kann sie am besten spüren. Beim Durchfahren des Ortes erklingt ein deutliches „Bub-Bub“ nach dem anderen. Das war früher nicht so, heißt es von Anwohnern. „Durch die Sanierung ist alles noch schlimmer geworden“, sagte gestern Frank Wichmann, der für viele Leute im Dorf spreche. Die Erschütterungen würden sich auf die Häuser übertragen, sie vibrierten regelrecht. Ein Nachbar beklage einen Riss im Haus. „Und es ist noch viel lauter als vorher“, so Wichmann gestern Vormittag an der Zuwegung zur Feuerwehr, wo neben Bürgermeister Willi Hamann auch Bauamtsmitarbeiter Andreas Flatun, Elke Papendiek als Leiterin der Landesstraßenmeisterei Osterburg und Henry Jakob, Fachgruppenleiter bei der Landessstraßenbaubehörde, anwesend waren.

Was Risse in Häusern betrifft, müsse man mit seinen Schlussfolgerungen vorsichtig sein. Der heiße Sommer 2018 habe so einiges in Schieflage gebracht – unabhängig von Huckeln auf der Straße, äußerte sich Elke Papendiek. Davon ab sei die Fugensanierung erstens notwendig gewesen und zweitens wie üblich durchgeführt worden. „Die Absatz liegt auch im Toleranzbereich.“ Es solle mit derlei Maßnahmen verhindert werden, dass Feuchtigkeit unter den Beton gerät. Sonst gerate auch die Neukirchner Betonstraße, die im Rahmen der Wischeaktion gebaut wurde, noch eher aus den sprich- und wortwörtlichen Fugen.

Schön und gut, aber was ist dann mit dem Empfinden der Anwohner? Liegt‘s am Verkehr? Wie eine kürzlich an der L2 durchgeführte Verkehrszählung ergab, sei der Lkw-Verkehr im Gegensatz zur Zählung 2017 nicht gestiegen. Binnen 24 Stunden wurden – beide Richtungen zusammengenommen – 60 Lkw registriert. Aber man wolle im Mai noch mal eine Messung mit einem anderen Gerät durchführen. Während des gut 40-minütigen Gesprächs am Neukirchner Straßenrand fuhr jedenfalls „nur“ eine knappe Hand voll Lkw vorbei. „Die meisten kommen morgens und abends“, so Wichmann. Vermutlich auch vor dem Hintergrund, dass sie die neue Maut-Säule in Seehausen umgehen wollen. So oder so wollte gestern aber niemand niemandem ein Empfinden absprechen. „Es ist auch richtig, dass ihr darauf aufmerksam macht“, sagte der Bürgermeister. Schließlich machte Henry Jakob noch ein wenig Hoffnung. „Wir werden prüfen, ob man die Ortsdurchfahrt im nächsten Jahr gleich mitmachen kann.“ Für 2020 sei nämlich – ähnlich wie bereits gen Wendemark erfolgt – „eine Art Erneuerung“ der L2 zwischen Neukirchen und Schönberg geplant. Die Strecke ist besonders schlecht. Vielleicht könne man gleich durchziehen, was jedoch von vielen Dingen abhängig ist: zuallererst vom Geld, von den Firmen, gar davon, ob man genügend Asphalt bekommt.

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In diesem Jahr, so ergänzte Elke Papendiek, sollen im Rahmen der Straßenunterhaltung schon mal die besonders schlimmen Passagen zwischen Neukirchen und Schönberg repariert werden. Innerhalb von Neukirchen sei überdies zu überprüfen, ob man für die Übergangszeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung erwirken kann, so Hamann.