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Gebrauchtwagen-Check Ausgebremst: Der Skoda Enyaq beim Tüv

Wie eine einzige Schwäche einem Auto die Tüv-Bilanz verhageln kann, zeigt das tschechische E-SUV. Ansonsten hat der Enyaq seine Qualitäten.

Von Stefan Weißenborn, dpa 16.01.2026, 00:05
Zeit für neue Energie: Ein Skoda Enyaq füllt seine Batterie an einer Ladesäule
Zeit für neue Energie: Ein Skoda Enyaq füllt seine Batterie an einer Ladesäule Skoda/dpa-tmn

Berlin - Sucht man ein vollwertiges SUV von Skoda hat man die Wahl zwischen dem Verbrennermodell Kodiaq oder dem ähnlich großen vollelektrischen Enyaq, ein komfortables Familien-SUV, das seine Stärken hat und als Gebrauchter laut „Auto Bild TÜV-Report 2026“ ab rund 20.000 Euro zu haben ist. Nur: Eine Fehlstelle sorgt dafür, dass das Modell zu oft die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) nicht besteht.

  • Modellhistorie: Der Enyaq wurde 2020 als Enyaq iV vorgestellt und kam im Folgejahr auf den Markt. Später strich man die Buchstabenfolge „iV“ in der Modellbezeichung. Ein Facelift im wahrsten Sinne wurde 2025 durchgeführt, als der tschechische Hersteller die Frontpartie modernisierte, technisch im Prinzip aber alles beim Alten blieb.
  • Karosserie und Varianten: Der Enyaq ist ein elektrisches SUV, das es auch als Coupé gibt; Entsprechungen bei VW sind die technisch verwandten Modelle ID.4 und ID.5. Kraftmeier unter den Enyaq ist die Variante RS mit 679 Newtonmeter (Nm) Maximaldrehmoment und 340 PS.
  • Abmessungen (laut ADAC): 4,65 m x 1,88 m x 1,62 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 585 l bis 1.710 l (Coupé: 570 l bis 1.610 l).
  • Stärken: Das Raumangebot ist groß, der Fahrkomfort qualifiziert das Modell zum Reiseauto. Fahrwerksseitig schneiden bei der HU durch die Bank weg Federn, Dämpfer, Antriebswellen und Lenkung fehlerfrei ab, beim Licht die Tagfahrleuchten und Nebenscheinwerfer. Unauffällig sind Bremsleitungen und -schläuche sowie die Bremsscheiben, die bei E-Autos oft zu den Schwachstellen zählen.
  • Schwächen: Zum ersten und im Report einzig dokumentierten Tüv-Termin liegt die Beanstandungsquote der Lenkgelenke leicht über dem Durchschnittsniveau, die Achsaufhängungen sind Mittelmaß. Die laut Report „einzige echte Schwachstelle“ des Modells sind die Bremsen. Dass die Quote bei der Funktion der Fußbremse um das Sechsfache erhöht ist, führt dazu, dass jeder zehnte Enyaq durch die erste HU rasselt.
  • Pannenverhalten: In der aktuellen ADAC-Pannenstatistik ist der Enyaq der Erstzulassungsjahre 2021 und 2022 erfasst. Mit Blick auf deren Abschneiden hätten Halter Grund für eine „hohe bis sehr hohe Zufriedenheit“. Pannenschwerpunkte gibt es demnach nicht.
  • Motoren: Der Enyaq wird über die Hinterachse von einer Permanentmagnet-Synchronmaschine (PSM) angetrieben, die Allradversionen haben zusätzlich eine Asynchronmaschine (ASM) an der Vorderachse. Das Leistungsspektrum reicht von 109 kW/148 PS bis 250 KW/340 PS.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:

  • Enyaq 50 Loft (6/2021); 109 kW/148 PS (55 kWh; Heckantrieb); 67.000 Kilometer; 18.591 Euro.
  • Enyaq 85 x Sportline (6/2023); 210 kW/286 PS (82 kWh; Allrad); 40.000 Kilometer; 35.625 Euro.
  • Enyaq Coupé RS Suite (6/2023); 250 kW/340 PS (82 kWh; Allrad); 40.000 Kilometer; 38.540 Euro.