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Gebrauchtwagen-Check Schwacher Schnitt: Der Tesla Model Y beim Tüv

Ein Topseller und Loser: Der Verkauf des E-SUVs konnte über Jahre kaum besser laufen, die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) schon. Vor allem zwei Fehlstellen sorgen für hohe Beanstandungsquoten beim Model Y.

Von Stefan Weißenborn, dpa 23.01.2026, 00:05
Äußerlich wie geleckt: Das Model Y von Tesla zeigt als Gebrauchtwagen auch düstere Seiten.
Äußerlich wie geleckt: Das Model Y von Tesla zeigt als Gebrauchtwagen auch düstere Seiten. Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn

Berlin - Superlative begleiten das amerikanische Modell: Teslas Y war zeitweise nicht nur das meistverkaufte Elektroauto der Welt, sondern im Jahr 2023 sogar der meistverkaufte Pkw überhaupt. Auch mit Blick auf seine Bilanz bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) gibt es Extremes zu vermelden.

Denn dort schneidet er laut „Auto Bild TÜV-Report 2026“ insgesamt schlecht ab und belegt in einer Rubrik sogar den letzten Platz in seiner Modellkategorie: „Auch wenn die Laufleistung des Tesla Model Y rund 20 Prozent über dem Durchschnitt liegt, erschreckt das schwache Abschneiden beim ersten HU-Termin.“

  • Modellhistorie: Zunächst ab 2021 in Deutschland als China-Import zu haben, kommt das Modell mittlerweile aus dem Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin zu den Kunden. Zum Jahr 2025 kam die Facelift-Version, zu erkennen an den schmaleren Frontscheinwerfern. Mittels Over-the-Air-Updates wird das System auf den neuesten Stand gebracht.
  • Karosserie und Varianten: Das Model Y ist die höher gebuate und etwas größere SUV-Version des Model 3. Da das Heck flach abfällt, wird das Auto oft auch als SUV-Coupé bezeichnet. Gegen Aufpreis ist es als Siebensitzer zu bekommen. Bei den Antrieben machen die Anzahl der Motoren und die Batteriegröße die größten Unterschiede aus.
  • Abmessungen: 4,75 m x 1,92 m x 1,62 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 525 l bis 1.485 l (Dachhoch: 2.118 l).
  • Stärken: Schon die schwächste Version ist ein wahrer Sprinter mit einem Beschleunigungswert von unter sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h. Beim Fahrwerk zeigen sich laut Report bei der HU Dämpfung und Lenkung unauffällig, beim Licht die Rückleuchten und Blinker. „Tadellos“ schneiden demnach die Bremsschläuche und die Feststellbremse ab.
  • Schwächen: Achsaufhängung und vordere Beleuchtung machen das amerikanische E-Auto allerdings zu einem Schlusslicht im Tüv-Report. 17,3 Prozent der Autos fielen mit erheblichen Mängeln durch die Prüfung, so der Report – bei einem Mittelwert von 6,5 Prozent.
  • Ausgeschlagene Trag- und Führungsgelenke sowie Probleme mit dem Abblendlicht, deren Beanstandungsquoten um ein Vielfaches über den Durchschnittswerten liegen, bescheren dem Model Y den letzten Platz im Report-Ranking der zwei- bis dreijährigen Gebrauchten. Keines der 18 E-Autos, die der Report berücksichtigt, schneidet schlechter ab.
  • Pannenverhalten: Ein ganz anderes Bild vermittelt der ADAC: In dessen aktueller Pannenstatistik wird dem Model Y eine „hohe bis sehr hohe Zuverlässigkeit“ attestiert, berücksichtigt sind Modelle ab Erstzulassungsjahr 2022. Auch Pannenschwerpunkte haben sich demnach nicht herauskristallisiert.
  • Motoren: Eine Permanentmagnet-Synchronmaschine (PSM) an der Hinterachse treibt das Model Y standardmäßig an. Das Leistungsspektrum von Hecktrieblern bis Allradversionen reicht von 150 kW/204 PS bis 393 KW/534 PS.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:

  • Model Y Basis RWD (6/2023); 220 kW/299 PS (60 kWh; Heckantrieb); 40.000 Kilometer; 30.695 Euro.
  • Model Y Dual AWD (6/2021); 378 kW/514 PS (77 kWh; Allrad); 67.000 Kilometer; 29.832 Euro.
  • Model Y Long Range RWD (6/2024); 255 kW/347 PS (77 kWh; Allrad); 25.000 Kilometer; 38.540 Euro.