1. Startseite
  2. >
  3. Leben
  4. >
  5. Auto
  6. >
  7. Keine Vollbremsung: So verhindern Sie nach einem Reifenplatzer das Schlimmste

Liveticker

Keine Vollbremsung So verhindern Sie nach einem Reifenplatzer das Schlimmste

Was tun, wenn es plötzlich laut knallt und das Auto zur Seite zieht? Tipps, wie Sie nach einem Reifenplatzer sicher zum Stehen kommen.

Von dpa 25.02.2026, 12:38
Reifenplatzer? Festhalten, Spur halten, sanft bremsen. Der Automobil-Club Verkehr erklärt, wie man die Situation meistert – bevor es richtig gefährlich wird.
Reifenplatzer? Festhalten, Spur halten, sanft bremsen. Der Automobil-Club Verkehr erklärt, wie man die Situation meistert – bevor es richtig gefährlich wird. Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Köln - „Bäng“ – ein lauter Knall und das Auto zieht plötzlich zur Seite, lässt sich schwer kontrollieren, alles wackelt. Ein erschreckendes Szenario, das der Automobil-Club Verkehr (ACV) beschreibt. Aber bei einem solchen Reifenplatzer entscheiden die Sekunden danach über den sicheren Ausgang. Der Verkehrsclub gibt Tipps, wie man am Steuer richtig reagiert.

Platzt bei hohem Tempo der Reifen, verliert das Auto an Stabilität und Seitenführung. Auch wenn schnell richtig reagiert werden muss: Ruhig bleiben und kontrolliert handeln. 

  • Nicht hektisch lenken: Platz ein Reifen an der Vorderachse, zieht das Auto laut ACV meist klar zur beschädigten Seite. Platz er an der Hinterachse, kann das Heck instabil werden und ausbrechen. Egal, ob vorn oder hinten: Das Lenkrad gut festhalten und gerade halten. Nur so viel korrigieren, um in der Spur zu bleiben – keine hektischen Lenkbewegungen machen.
  • Nicht voll auf die Bremse: Keine Vollbremsung machen, denn eine abrupte Gewichtsverlagerung nach vorn könne das Fahrzeug zusätzlich destabilisieren und zum Schleudern oder Überschlagen führen. Nur „sehr sanft und dosiert“ bremsen.
  • Ausrollen lassen: Fuß vom Gas nehmen, aber die Motorbremse nutzen – also nicht auskuppeln. Erst runterschalten, wenn das Auto deutlich langsamer ist. Wer ein Auto mit Automatikgetriebe fährt: Hier unterstützt das Getriebe die Verzögerung in der Regel automatisch, so der ACV. Durch die Maßnahmen soll das Tempo so kontrolliert runtergebracht werden, bis man sicher auf den Standstreifen oder an den Straßenrand lenken kann.
  • Andere warnen: Frühestmöglich daran denken, die Warnblinkanlage anzustellen. Denn damit können Nachfolgende gewarnt werden, die Gefahr eines Auffahrunfalls kann sich reduzieren.
  • Unfallstelle absichern: Nach dem Stillstand gelten die gleichen Maßnahmen wie bei einer Panne - unter anderem: Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und bei Bedarf entsprechende Hilfe holen – etwa einen Pannendienst. Die Polizei sollte man dann holen, wenn durch den Platzer Reifen- oder Trümmerteile auf die Fahrbahn gelangt sind oder es blockierte Spuren gibt. Gibt es Verletzte? Dann den Notruf 112 wählen.

Vorsorge treffen: typische Ursachen für Reifenplatzer

• Falscher Reifendruck: stets nach Bordbuch den Druck einstellen und regelmäßig checken.

• Überladung: Entsprechende Maximallimits beachten und den Reifendruck anpassen.

• Vorschäden durch Hindernisse: Reifen regelmäßig per Sichtprüfung etwa auf eingefahrene Fremdkörper oder Risse in der Seitenwand hin kontrollieren.

• Materialalterung: Mit der Zeit verliert das Gummi seine Weichmacher und wird spröde. Daher rät der ACV, Reifen ab einem Alter von sechs bis acht Jahren besonders kritisch zu prüfen und gegebenenfalls ersetzen zu lassen – und zwar unabhängig von der noch vorhandenen Profiltiefe.