Richtig kalte Zeiten Warum Sie beim Auto mal den Frostschutz checken sollten
Frostschutz für die Scheibenwaschanlage? Das dürften die meisten Autoeigner im Blick haben. Aber wenn es richtig doll friert, schaut man besser auch noch an einer anderen Stelle nach.

München - Ihr Auto hat die jüngste Kältewelle gut überstanden? Glückwunsch! Dann könnte jetzt die perfekte Gelegenheit sein, den Frostschutz zu kontrollieren. Weil vielleicht war das alles nur Glück - und der nächste Frost kommt bestimmt. Eine Checkliste:
Die Scheibenwaschanlage - was man hier falsch machen kann
Viele denken beim Frostschutz an die klare Scheibe. Hat man keinen in die Scheibenwaschanlage eingefüllt, oder zu wenig beigemischt, friert das Waschwasser ein und die Scheibe bleibt schmutzig. Im besten Fall taut die Scheibenwaschanlage wieder auf und funktioniert danach. Schlimmstenfalls kommt es zu Schäden an Pumpen, Schläuchen und Düsen.
Der Tüv Süd empfiehlt hier Reinigungs- und Schutzmittel aus dem Fachhandel. Sie sollte Minus 20 bis Minus 25 Grad aushalten. Wer sich das Mischen nicht zutraut, kann - teurere - Fertigmischungen nutzen.
Was man nicht tun sollte: Spiritus als Frostschutz nutzen. Das gerne mal genannte Hausmittel ist laut Alexander Bausch vom Tüv Süd nicht als Zusatz zum Wischerwasser geeignet. Denn einmal weggewischt, bilden sich schnell wieder kleine Eiskristalle. Die Fachhandelprodukte hingegen hätten Glykol oder Glycerinbeimischungen für länger klare Scheiben.
Wie erkenne ich die Einfüllöffnung für die Scheibenwaschanlage?
- Bei den meisten Autos am Scheibenwaschsymbol auf der Klappe des Einfüllstutzens. Das ist ein Viertelkreis mit kleinem gestrichelten Fontänensymbol. Manchmal enthält der Viertelkreis, der die Autoscheibe symbolisiert eine gewellte Wasserstandslinie.
- An der Farbe kann man sich eher nicht orientieren. Die Abdeckklappen können schwarz, gelb oder auch mal blau sein.
- Im Zweifel in die Betriebsanleitung schauen
Auch das Kühlwasser braucht Schutz - Frostschutz
Sind die klaren Scheiben gesichert, lohnt auch ein Blick auf eine andere Stelle des Motorraums - nämlich den Kühlmittelvorratsbehälter. Der Kühlkreislauf sollte nicht nur genug Flüssigkeit enthalten, so Alexander Bausch. Auch die Konzentration des Frostschutzmittels muss stimmen. Ist sie zu gering, können Kühlsystem und Motor Eisschäden davontragen.
Also hinschauen:
- Ist genug Kühlmittel eingefüllt?
- Stimmt die Konzentration? Hierbei helfen lauf Tüv Süd Prüfgeräte aus dem Fachhandel.
- Der Frostschutz sollte für Temperaturen bis mindestens Minus 25 Grad ausgelegt sein.
Wer Frostschutz nicht in der Werkstatt nachfüllen lässt, sondern das lieber selbst erledigt, muss aufpassen. Denn nicht alle Flüssigkeiten sind auch für jeden Motor oder Kühler geeignet. Und man darf auch nicht alle Produkte miteinander mischen.
Wer etwa silikathaltige Mittel mit silikatfreiem Kühlerfrostschutz mischt, riskiert Schäden an Kühlsystem und Motor.
Am besten füllt man nur vom Hersteller empfohlene Mittel ein. Welche das sind, steht in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Von der Farbe der Produkte lässt man sich dabei besser nicht leiten - sie ist laut Tüv Süd nur ein Anhaltspunkt, aber kein guter. Denn die Hersteller können sie frei wählen.
Und wie erkenne ich den Kühlflüssigkeitsbehälter?
- Am Thermometersymbol auf dem Schraubverschluss.
- Der Kühlmittelbehälter ist deutlich solider als der für die Scheibenwaschanlage oder die Bremsflüssigkeit und hat eine Minimum-Maximum-Markierung. Optimalerweise befindet sich der Flüssigkeitsstand genau dazwischen.
- Die enthaltene Flüssigkeit ist optimalerweise gelblich, bläulich oder rötlich.
- Im Zweifel hilft die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs weiter.
- Achtung: War das Fahrzeug kurz zuvor in Betrieb, kann das Kühlwasser sehr heiß sein. Dann droht beim Öffnen des Schraubdeckels Verbrühungsgefahr!