Besonders kleine Kinder nehmen vieles in den Mund und können dadurch ihre Luftröhre verschließen

Erste Hilfe bei verschluckten Kleinteilen

Köln (lg) l Dreiviertel aller Kinder, die etwas verschlucken, sind jünger als vier Jahre alt. Besonders häufig bleiben Münzen in der Speise- oder Luftröhre stecken. Auch andere Kleinteile wie Erdnüsse, Weintrauben, Murmeln, Nadeln, Bausteine und Luftballonreste dürfen nicht in der Reichweite von kleinen Kindern herumliegen.

"Sehr gefährlich sind scharfe Gegenstände wie Stecknadeln oder Hühnerknochen, auch Knopfbatterien sowie Magneten, da sie leicht innere Verletzungen verursachen. Trockene Hülsenfrüchte können ebenso starke Beschwerden auslösen, wenn sie im Körper aufquellen", warnt Kinder- und Jugendarzt Dr. Hermann Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln.

Luftnot ist ein Fall für den Notarzt

Anzeichen dafür, dass ein Kind etwas verschluckt hat, sind Erbrechen, übermäßiger Speichelfluss, Husten und Würgen. Dann muss das Kind so rasch wie möglich zum Kinder- und Jugendarzt oder in eine Kinderklinik gebracht werden. "Wenn ein in der Luftröhre stecken gebliebener Fremdkörper die Atemwege blockiert und das Kind unter Luftnot leidet, handelt es sich um einen Notfall, bei dem der Notarzt gerufen werden muss", stellt Kahl fest.

Eltern können bereits Erste Hilfe leisten, während sie auf den Notarzt warten. Kahl empfiehlt einen Säugling mit akuter Luftnot mit dem Kopf nach unten bäuchlings auf die Knie oder den Unterarm zu legen und mit dem Handballen vorsichtig, aber energisch zwischen die Schulterblätter zu klopfen, um den Fremdkörper loszurütteln.

Hilft dies nicht, das Kind auf einer festen Unterlage auf den Rücken legen und den Brustkorb fünfmal in der Höhe des unteren Brustbeins zusammendrücken.

Hilfe leisten durch den "Heimlich-Handgriff"

Kinder ab einem Jahr mit dem Bauch auf den Schoß legen, so dass der Kopf und die Arme herunterhängen, und mit der flachen Hand mehrfach energisch zwischen die Schulterblätter klopfen, damit der Gegenstand wieder herausgespuckt wird.

Weiter hilft auch der sogenannte "Heimlich-Handgriff". Dabei nehmen Eltern das Kind hoch, umfassen den Oberbauch mit beiden Armen von hinten und pressen mit einer Aufwärtsbewegung mit beiden Händen mehrmals zwischen Nabel und Rippen.

Weitere hilfreiche Tipps zu Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kleinkindern gibt es im Internet unter www.kinderaerzte-im-netz.de.