1. Startseite
  2. >
  3. Leben
  4. >
  5. Familie
  6. >
  7. Einschulung 2027: Schuleingangsuntersuchung in Sachsen-Anhalt: Was Eltern jetzt wissen müssen

Einschulung 2027 Schuleingangsuntersuchung in Sachsen-Anhalt: Was Eltern jetzt wissen müssen

Der Beginn der Schule stellt für Kinder einen großen Lebensumbruch dar - der mit viel Freude, aber auch Angst verbunden ist. Vorab steht die Schuleingangsuntersuchung an. Fristen, Ablauf und Vorbereitung: Der Leitfaden zur Einschulung 2027 für Eltern in Sachsen-Anhalt.

Von Ariane Keller Aktualisiert: 22.01.2026, 15:41
Feinmotorische Fähigkeiten wie das Stifthalten werden bei der Schuleingangsuntersuchung geprüft.
Feinmotorische Fähigkeiten wie das Stifthalten werden bei der Schuleingangsuntersuchung geprüft. Foto: DPA

Magdeburg/Halle (Saale). Die Schuleingangsuntersuchung ist für künftige Erstklässler in Sachsen-Anhalt ein entscheidender Meilenstein. Doch welche Kinder müssen 2026 zum Termin, wie läuft das landesweite Entwicklungsscreening in den Gesundheitsämtern ab und welche Unterlagen wie U-Heft oder Impfausweis sind erforderlich? Von der Überprüfung der Motorik bis hin zur Sprach- und geistigen Entwicklung – dieser Überblick fasst zusammen, was Eltern zur Vorbereitung wissen müssen und welche Fördermöglichkeiten es bei festgestellten Defiziten gibt.

Lesen Sie auch: Bildungsminister Jan Riedel fordert - „Was wir brauchen, sind verpflichtende Sprachtests“

Wann steht die Schuleingangsuntersuchung an?

Laut Sozialministerium Sachsen-Anhalt finden die Schuleingangsuntersuchungen in der Regel im Jahr vor der Einschulung des Kindes statt.

Auch interessant: Ist Ihr Kind bereit für die Schule? Das sollten Eltern jetzt wissen

Das heißt: Alle Kinder, die bis zum Stichtag 30. Juni 2026 fünf Jahre alt werden, müssen in diesem Jahr zur Schuleingangsuntersuchung für das Schuljahr 2027/28. Eltern werden schriftlich zum Termin eingeladen.

Lesen Sie auch: Nicht wenige Kinder im Kreis Wittenberg haben Probleme mit der Feinmotorik, mit ihrem Gewicht oder mit der Grammatik - Was die Schuleingangsuntersuchungen offenlegen.

Wer führt die Schuleingangsuntersuchungen durch?

Aus dem Sozialministerium heißt es dazu: „Die Schuleingangsuntersuchungen in Sachsen-Anhalt werden von den Kinder- und Jugendärztlichen Diensten der Gesundheitsämter der Landkreise und der kreisfreien Städte Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau durchgeführt."

Wie können sich Eltern und Kinder auf die Schuleingangsuntersuchung vorbereiten?

Die Stadt Halle antwortet auf Anfrage, dass die Eltern im Vorfeld der Untersuchung gebeten werden, einen Fragebogen zur Gesundheitsgeschichte des Kindes auszufüllen. Dies würde dem zuständigen Beratungsarzt helfen, sich ein komplettes Bild vom Kind machen zu können. Der Elternfragebogen wird den Familien mit dem Terminvorschlag zugesendet.

Zudem müssen die Eltern das U-Heft und den Impfausweis zur Untersuchung mitbringen.

Gut zu wissen: Die Stadt Halle empfiehlt, dass Eltern ihr Kind im Vorfeld der Untersuchung erklären, was in etwa auf sie zukommt. So kann dem Nachwuchs die Angst vor der Situation genommen werden.

Ist eine Anwesenheit der Eltern während der Untersuchung gewünscht oder Pflicht?

Das Sozialministerium weist darauf hin, dass bei der Untersuchung zwingend ein Personensorgeberechtigter oder ein entsprechend bevollmächtigter Vertreter anwesend sein muss.

Auch interessant: Bei Schuleingangsuntersuchungen zeigen die Kinder aus dem Burgenlandkreis seit Jahren Defizite und liegen in den meisten Bereichen unter dem Landesdurchschnitt. Auffällig sind Artikulations- und Grammatikschwächen.

Was passiert bei der Schuleingangsuntersuchung? Was wird überhaupt untersucht?

Die Schuleingangsuntersuchungen sind sehr umfassend. Die Kinder werden in verschiedenen Entwicklungsbereichen getestet. Die Tests dienen etwa dazu, etwaige Entwicklungsdefizite und Förderbedarfe bereits vor der Einschulung festzustellen, so das Ministerium.

Demnach gibt es in Sachsen-Anhalt neben der körperlichen Untersuchung seit 2015 ein landesweit standardisiertes Entwicklungsscreening, das fünf Unterbereiche umfasst.

  • Grobmotorik
  • Feinmotorik
  • Artikulation
  • Grammatik
  • Geistige Entwicklung

Im Bereich Grammatik werden laut der Stadt Halle beispielsweise Aufgaben zur Steigerung von Adjektiven, Bildung des Partizips sowie der Mehrzahl angeboten.

Der Stadt Halle zufolge bezieht sich der Unterbereich Artikulation auf die Aussprache verschiedener Wörter.

Im Unterbereich Grobmotorik würden die Fähigkeiten des Kinders in der Körperbeherrschung, beispielsweise Balancieren, geprüft. Feinmotorik bedeute, dass zum Beispiel das Stifthalten und die gesicherte Händigkeit geprüft werde.

Im Unterbereich "Geistige Entwicklung" gehe es nach Angaben der Stadt Halle um grundlegende Fähigkeiten wie den Umgang mit Zahlen – etwa das Zählen –, außerdem um das Erkennen von Farben sowie das räumliche Denken.

Was passiert, wenn bei meinem Kind Auffälligkeiten oder Förderbedarf festgestellt wurde?

Werden bei der Schuleingangsuntersuchung Auffälligkeiten oder Förderbedarf festgestellt, sollten sich Eltern nicht sorgen. Das Sozialministerium bemerkt, dass die Ärzte des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes - wenn erforderlich - den Eltern eine Empfehlung zur Rückstellung oder zur möglichen Aufnahme in eine Förderschule geben. 

Die Stadt Halle konkretisiert: Fördermöglichkeiten seien beispielsweise die Durchführung einer Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und/oder einer Frühförderung. Mit dieser Empfehlung könnten die Eltern bei ihrem Kinderarzt vorstellig werden und erhielten dort die weiteren ärztlichen Verordnungen.

Weiterhin heißt es: Sollte das Kind für die Förderung mehr Zeit benötigen, würden die Ärzte gemeinsam mit den Eltern über eine Rückstellung der Einschulung um ein Jahr beraten.

Mit unserem Familien-Newsletter wissen Eltern immer, wohin sich ein Ausflug mit den Kids lohnt oder was in Kita, Schule, Erziehung sonst noch wichtig ist.