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  7. Bildung Sachsen-Anhalt: Schule braucht Veränderungen (Kommentar)

Debatte ums schriftliche Dividieren Schule braucht Veränderungen (Kommentar)

Jessica Quick ist Mutter von zwei Kindern - sie befürwortet die Reform der Lehrpläne.

Von Jessica Quick 20.01.2026, 18:17
Jessica Quick, Leiterin Ressort Familie und junge Zielgruppen
Jessica Quick, Leiterin Ressort Familie und junge Zielgruppen (Foto: Andreas Stedtler)

Halle (Saale). Schade, dass Bildungsminister Jan Riedel (CDU) erst die Reaktionen auf die neuen Lehrpläne abwarten möchte, bevor er sich äußert. Dann mache ich eben als Mutter den Anfang.

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Die Zeit des Home-Schoolings hat vielen Eltern deutlich gezeigt, worauf es wirklich ankommt: Kinder, die in der Grundschule sicher lesen und rechnen lernen, haben hinterher weniger Schwierigkeiten in den weiterführenden Schulen. Denn dort haben nun viele Corona-Grundschulkinder heute das Nachsehen.

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Ab der fünften Klasse zählt Schnelligkeit, die Aufgaben werden komplexer. Heute geht es nicht mehr darum, ein bestimmtes Verfahren perfekt zu beherrschen, sondern darum, die Zusammenhänge zu verstehen und sicher anwenden zu können.

Schon meine Generation schreibt keine Zahlen mehr auf Schmierzettel, um etwas auszurechnen. Wir greifen zum Handy. Die Digitalisierung hat den Unterricht längst überholt. Lehrpläne, die das anerkennen, sind überfällig.

Wenn ich von meinen Kindern gefragt werde „Wozu brauche ich Schönschrift?“, dann kann ich das verstehen. Lernen funktioniert besser, wenn ein Sinn erkennbar ist: „Das haben wir immer so gemacht“ reicht als Begründung nicht.

Die Lehrplan-Änderungen setzen an dieser Stelle an und berücksichtigen geänderte Anforderungen an die Kinder. Schule muss Kinder auf ihre Zukunft vorbereiten, nicht auf die Vergangenheit.