Gläschen auf oder Herd an Babybrei kaufen oder kochen? Egal, es zählt, was drin steckt
Fertigbrei kann genauso gut sein wie selbst gekocht. Warum aber Vielfalt im Brei Babys Geschmack prägt und welche Zutaten laut Experten lieber nicht auf den Löffel gehören.

Bonn - Ob man den Brei fürs Baby selbst kocht oder fertig kauft, ist eine individuelle Entscheidung der Eltern. Doch wer sich nicht selbst an den Herd stellt, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Fertige Breie ernähren Babys ebenso gut wie selbst gekochte, bestätigt das „Netzwerk Gesund ins Leben“ beim Bundeszentrum für Ernährung. Denn die Herstellung von Babybrei unterliege hohen gesetzlichen Standards.
Trotzdem empfehlen die Ernährungsexperten Eltern ein paar Punkte zu berücksichtigen:
Zutatenliste prüfen
Bei der Auswahl von Breien sollten Eltern darauf achten, dass die Produkte nur wenige Zutaten enthalten. Am besten ist die Zutatenliste auf der Verpackung nicht länger als die eines selbst gekochten Brei-Rezepts mit drei bis fünf Grundzutaten:
- beim Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei: Gemüse nach Wahl und Kartoffeln/Nudeln/Reis und Fleisch/Fisch/Getreide
- beim Milch-Getreide-Brei: Vollmilch und Vollkorngetreide
- beim Getreide-Obst-Brei: Vollkorngetreide und Obst nach Wahl
Kein Salz oder Zuckerzusatz - und auch nicht nachwürzen
Dem Brei sollten weder Salz noch Zucker oder andere Süßungsmittel zugesetzt sein. Grund: Wird ein Kind früh an Salziges und Süßes gewöhnt, entwickelt es eher eine Vorliebe dafür. Dabei erhöht zu viel Salz das Risiko für Bluthochdruck, Zucker fördert Übergewicht, Diabetes und Karies.
Zucker sei besonders oft in Pulverbreien zum Anrühren enthalten, etwa in Milch-Getreide-Breien, die als Abendmahlzeit gefüttert werden.
Auch wenn Eltern ein Brei geschmacklich fad erscheint, sollten sie nicht nachsüßen oder -salzen.
Von Trinkbreien und Quetschies rät das Netzwerk Gesund ins Leben ab. Brei sollte immer mit dem Löffel gefüttert werden. Trinken Kinder energiedichte Mahlzeiten aus Flaschen, erhöht sich das Risiko für eine Überfütterung und sogenanntes Saugerflaschen-Karies.
Abwechslung wichtig für neue Geschmackserfahrungen
Ob selbst gekocht oder gekauft: Bestehen Breie aus immer wieder gleichen Zutaten wie Kartoffeln, Möhren und Haferflocken, macht das Baby wenig neue Geschmackserfahrungen. Das ist schade, weil die Geschmacksprägung beim Säugling schon im Mutterleib beginnt und sich im ersten Lebensjahr fortsetzt.
Deswegen sollten Eltern bei der Auswahl der Brei-Gläschen auf Abwechslung achten. Die „Gesund ins Leben“-Netzwerker raten: Seien Sie mutig bei der Beikost und probieren Sie ungewohnte Kombinationen aus! Das wirke sich dann auch später positiv auf die Akzeptanz des Familienessens aus.