seit februar verimpftes vakzinOmikron-Schutz und Nebenwirkungen: Corona-Impfstoff von Novavax im Faktencheck

Der Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax wird seit Ende Februar deutschlandweit verimpft. Alle wichtigen Infos zum neuen Impfstoff im Überblick.

Aktualisiert: 17.03.2022, 15:48
Als erste Lieferung werden 1,4 Millionen Dosen des Impfstoffs Nuvaxovid in Deutschland erwartet.
Als erste Lieferung werden 1,4 Millionen Dosen des Impfstoffs Nuvaxovid in Deutschland erwartet. Foto: dpa/Alastair Grant

Magdeburg/dpa/DUR/it - 75,8 Prozent der Menschen in Deutschland erhielten bislang ihre Grundimmunisierung gegen das Coronavirus. 58,1 Prozent wurden geboostert, was einen Personenzahl von über 48 Millionen ausmacht. Bis zum vergangenen Jahr waren in Deutschland die Vakzine der Hersteller Biontech/Pfizer, Johnson&Johnson, Astrazeneca und Moderna zugelassen.

Seit Ende Februar wird der Impfstoff Nuvaxovid vom US-amerikanischen Unternehmen Novavax verimpft. Die Impfquote sollte durch Nuvaxovid nach oben schnellen und Menschen mit Vorbehalten gegen mRna-Impstoffen abholen.

Wie funktioniert der Corona-Impfstoff von Novavax?

Nuvaxovid besteht aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten, sowie einem Wirkverstärker. Manche Menschen heben Nuvaxovid als - vermeintlich sichereren - Totimpfstoff hervor, also als Impfstoff ohne lebende, vermehrungsfähige Krankheitserreger. Dieser Begriff ist aber in der Wissenschaft nicht klar von anderen abgegrenzt; laut Ständiger Impfkommission (Stiko) sind auch die vier anderen Impfstoffe "funktionell" Totimpfstoffe, enthalten also keine lebenden Viren.

Nuvaxovid ist im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen ein Protein-Impfstoff.
Nuvaxovid ist im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen ein Protein-Impfstoff.
Grafik: dpa/ A. Brühl

Anders als bei mRNA- und Vektor-Impfstoffen ist im Proteinimpfstoff jedoch kein Bauplan enthalten, damit der Körper das Spike-Protein selbst herstellt. Es enthält demnach im Labor hergestellte winzige Partikel des Spike-Proteins. Damit durch den Impfstoff eine starke Immunantwort erreicht wird, wurde Novavax ein sogenannter Wirkverstärker, ein Adjuvans, hinzugefügt.

Wer wird mit Novavax geimpft?

Grundsätzlich empfiehlt die Stiko eine Impfung mit Nuvaxovid allen Personen ab 18 Jahren. Die Grundimmunisierung soll, wie bei einigen der anderen Impfstoffe, nach zwei Dosen im Abstand von drei Wochen erreicht sein. Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen.

Wer kann sich in Sachsen-Anhalt impfen lassen?

Alle noch nicht immunisierten Sachsen-Anhalter können eine Novavax-Impfung erhalten.

Schützt Novavax vor Omikron?

In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff laut Stiko eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare hohe Wirksamkeit. Laut Bundesgesundheitsministerium liegt die Wirksamkeit bei rund 90 Prozent. Wie gut das Mittel vor Omikron schützt, könne noch nicht beurteilt werden. Derzeit wird jedoch die Schutzwirkung vor der Omikron-Variante geprüft und der Impstoff gegebenenfalls angepasst, heißt es auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

Welche Nebenwirkungen können durch Novavax auftreten?

Nuvaxovid führe häufig zu lokalen und systemischen Impfreaktionen, die über wenige Tage anhalten können und ähnlich stark seien wie nach Impfung mit den anderen Corona-Impfstoffen. Die Zulassungsstudien hätten keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen ergeben.

    Mögliche Nebenwirkungen:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen

Allerdings betont die Stiko auch, dass die Datenlage zu Nuvaxovid noch begrenzt sei. Einige Experten weisen darauf hin, dass die Datenlage beispielsweise bei mRNA-Impfstoffen durch Milliarden verabreichter Dosen deutlich besser ist.