Insekt

Tipps für Bienen-Freunde: Hier gibt es einen Aussaatplan für besonders bienenfreundliche Pflanzen

Die Wildbiene droht auszusterben. Gründe dafür sind zahlreich: Monokulturen in der Landwirtschaft, Umweltgifte, Klimawandel und die Zerstörung ihrer Lebensräume. Doch jeder kann etwas für den Erhalt der Bienen tun. Hier gibt es Tipps und Tricks.

Von Tobias Hofbauer
Eine Biene im Anflug auf eine Blüte. Symbolbild:
Eine Biene im Anflug auf eine Blüte. Symbolbild: dpa-Zentralbild

Halle - Rund 150 verschiedene Nutzpflanzen und etwa 80 Prozent der Wildpflanzen sind in Europa darauf angewiesen von Bienen bestäubt zu werden. Das hat einen großen Einfluss auf unser Ökosystem. So ist etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion davon abhängig. Dabei geht es aber weniger um die bekannte Honigbiene, sondern um die vielen verschiedenen Wildbienen-Völker.

Es ist daher unsere entscheidende Aufgabe, die Bienen und damit auch unsere Umwelt zu schützen. Doch wie kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten? Das geht zum Beispiel mit besonders bienenfreundlichen Pflanzen im Garten. Hier gibt es die passenden Empfehlungen:

In dieser Übersicht sind die bienenfreundlichsten Pflanzen samt Saat- und Blütezeit vermerkt.
In dieser Übersicht sind die bienenfreundlichsten Pflanzen samt Saat- und Blütezeit vermerkt.
Screenshot: Heimwerker.de

Lavendel - Winter bis Frühling

Aussat: Februar bis März. Der Lavendel ist bei Bienen besonders beliebt, weil er viel Nektar bereithält. Wespen mögen den Geruch dagegen nicht und bleiben auf Abstand.

Mit Trockenheit hat die Pflanze kein Problem und gedeiht auch auf sandigem Boden. Auch sie mag viel Sonne und Wärme. Der Boden sollte eher nährstoffarm sein. Im Winter sollte der Boden nicht zu nass sein, da der Lavendel sonst zu Frostempfindlichkeit neigt.

Thymian - Frühling

Aussaat: Mai. Der Halbstrauch ist nicht pflegeintensiv, sollte aber einmal im Jahr zurückgeschnitten werden, um nicht zu sehr zu verholzen. Einmal verholzt, wachsen keine neuen Triebe. Am besten pflanzt man ihn im Mai und kann ihn dann das ganze Jahr über ernten.

Sonnenblume - Frühling

Aussaat: April bis Mai. In den riesigen Blüten finden die Bienen nicht nur Nektar, sondern auch Pollen. Viel gießen muss man die Pflanzen nicht. Am liebsten haben sie lehmigen oder sandigen Boden und stehen in der Sonne.

Salbei - Frühling

Aussaat: Februar bis Mai. Wie seine anderen mediterranen Geschwister liebt auch diese Pflanze es warm und sonnig auf lehmigem oder sandigem Boden. Sie sollte nur selten gegossen werden und hält auch kürzere Trockenperioden aus. Staunässe mag die Pflanze gar nicht.

Oregano - Frühling 

Aussaat: März bis Mai. Der Oregano bevorzugt Sonne und Wärme. Idealerweise bekommt er direkt Sonnenstrahlen ab - je mehr, desto aromatischer wird er. Der Boden sollte kalkhaltig und durchlässig sein. Die Erde sollte dabei torffrei ist.

Ringelblume - Frühling

Aussaat: März bis Mai. Der Dauerblüher steht am liebsten immer in der Sonne auf leicht lehmigen und nicht zu feuchten Böden. Ab und an Gießen, sonst braucht sie keine Pflege.

Rosmarin - Frühling bis Sommer

Aussaat: April bis Juni. Damit der Rosmarin schnell wächst, sollte er sonnig und warm, aber geschützt stehen. Der Boden darf dabei gerne ein wenig sandig sein.

Neben anderen südlichen Gewächsen wie Lavendel oder Thymian steht der Rosmarin am liebsten. Im Topf sollte die Pflanze regelmäßig, aber in geringen Mengen gegossen werden. Trockenheit verträgt sie problemlos, Staunässe weniger.

Margerite - Frühling bis Sommer

Aussaat: April bis Juni. Die Margerite ist sehr robust und pflegeleicht. Sie gedeiht auf den allermeisten Böden ohne Probleme. Sie bevorzugt einen sonnigen Platz, aber auch mit Halbschatten kommt sie zurecht.

Dill - Frühling bis Sommer

Aussaat: April bis Juli. Der Dill bevorzugt wie Basilikum sehr nährstoffreichen Boden. Dieser sollte locker und wasserdurchlässig sein. Sehr wohl fühlt er sich in der Sonne, so wächst er schneller und bildet ätherische Öle.

Koriander - Frühling bis Herbst

Aussaat: April bis September. Der Koriander liebt sonnig-warme Orte. Je nach Art des Korianders bevorzugen die Pflanzen auch halbschattige bis schattige Plätze im Beet. Am besten wächst Koriander auf durchlässigen, kalkreichen und lockeren Böden.

Das sind die Top fünf der Pflanzen, die Bienen gerne anfliegen.
Das sind die Top fünf der Pflanzen, die Bienen gerne anfliegen.
Screenshot: Heimwerker.de
Platz sechs bis zehn der Liebslingspflanzen für Bienen.
Platz sechs bis zehn der Liebslingspflanzen für Bienen.
Screenshot: Heimwerker.de

Die Wildbiene ist im Vergleich mit ihren Honig sammelnden Artgenossen viel effektiver. Beispielsweise haben Naturschützer beobachtet, dass Hummeln, die zu der Art der Wildbienen gehören, im Gegensatz zu Honigbienen in derselben Zeit bis zu fünfmal mehr Blüten bestäuben. So besuchte eine Ackerhummel über einen Zeitraum von 100 Minuten 2.634 Blüten.

Mehrere hundert Arten Wildbienen

"Die Honigbiene ist nicht gefährdet. Solange es Imker gibt, wird es auch die Honigbiene geben", sagt Gabriele Huber-Schabel, ehrenamtliche Vorsitzende des Imkerverbandes Sachsen-Anhalt.

Von den Wildbienen gebe es mehrere Hundert Arten. "Manche davon ernähren sich nur von einer Sorte Pflanzen", erklärt sie. Das berge auch die Gefahr, dass die Tiere verhungern, wenn sie keine Pflanze zum Bestäuben finden.

Die Wildbienen sind daher unerlässlich, wenn es um das Bestäuben bestimmter Pflanzen geht. Beispielsweise ist es zur Kirschblüte meist noch sehr kalt - zu kalt für die Honigbiene. Ohne die Wildbienen würden die Obstbauern leer ausgehen.

Bienenweiden können Aussterben vorbeugen

Um dem Bienensterben vorzubeugen, sei das Aussäen von bienenfreundlichen Pflanzen daher besonders wichtig, so die Vorsitzende. Eine Bienenweide, einmal gesät, stellt ihre Blütenpracht für mehrere Jahre Mensch und Tier zur Verfügung. Mit speziellen Mischungen für diese Weiden könne dafür gesorgt werden, dass die Wildbienen eine Lebensgrundlage haben, so Huber-Schabel.