Erntezeit beginnt jetzt

So gedeiht Rhabarber im Garten

In deutschen Gärten beginnt die Rhabarber-Erntezeit. Mehrere Kilo kann eine ausgewachsene Staude einbringen. Die robuste Pflanze ist im Prinzip pflegeleicht. Ein paar Grundregeln gilt es aber zu beachten.

Von Tom Nebe, dpa 26.04.2018, 08:49
Peter Muß arbeitet beim Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Foto: Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V/dpa-tmn
Peter Muß arbeitet beim Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Foto: Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V/dpa-tmn Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V

Bonn (dpa/tmn) - Viel Ertrag mit vergleichsweise wenig Aufwand: Während der Erntezeit können Hobbygärtner mehrere Kilo Rhabarber (Rheum rhabarbarum) ernten. Das Gemüse, das viele für Obst halten, schmeckt zum Beispiel lecker im Fruchtsalat oder auf Kuchen. Das müssen Hobbygärtner wissen:
"Rhabarber reift in dem Sinne nicht", erklärt Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Je jünger die Stiele sind, desto weicher und zarter sind sie. Im Normalfall erntet man sie, wenn sie 30 bis 50 Zentimeter lang sind und ihr Durchmesser 2 bis 5 Zentimeter beträgt. Ein Indikator ist das Blatt an der Stange: Ist es ausgebreitet, ist die Stange erntereif.
Besser nicht abschneiden, sondern die Stange einfach aus dem Boden drehen. Über die Schnittstelle könne der Wurzelstock faulen, warnt Muß. Die Blätter anschließend mit einem Messer vom Stiel trennen. Angelika Feiner vom Landesverband Bayerischer Kleingärtner wirft die Blätter nicht auf den Kompost. Sie legt sie als Mulchschicht unter die Staude. Das bewahrt den Boden vor dem Austrocknen. Denn in der Erntezeit benötigt Rhabarber feuchten Boden.
Hobbygärtner sollten nicht zu viele Stiele auf einmal abdrehen - das schwächt die Pflanze. "Die Hälfte der Stiele sollte stets stehen bleiben", rät Martin Breidbach, Bundesgartenberater beim Verband Wohneigentum.
Das hängt von einigen Faktoren ab - etwa von ihrem Alter und ihrem Standort. "Es gibt Stauden, die zweimal pro Woche abgeerntet werden können, andere seltener", sagt Feiner. Fünf bis acht Kilogramm Rhabarber - das ist der Ertrag einer ausgewachsenen Staude, kalkuliert Breidbach.
Sorten mit grünen Stielen schmecken etwas saurer, bringen aber laut Feiner etwas mehr Ertrag als rote Sorten. Bekömmlicher seien rote Sorten, sagt die Gartenbauwissenschaftlerin. Eine bekannte rote Sorte ist 'Holsteiner Blut'.
Wer seine Ausbeute steigern möchte, sollte verhindern, dass der Rhabarber in der Erntezeit blüht. "Stiele mit Blütenansatz sollte man bis in den Juni hinein schnell herausdrehen", rät Feiner. Sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Blüten statt in neue Blatttriebe. Dadurch wachsen weniger Stiele zum Ernten heran.

Der Rhabarber ist eine robuste Pflanze, aber sie braucht einen sonnigen Standort und nährstoffreichen Boden. Foto: Andrea Warnecke
Der Rhabarber ist eine robuste Pflanze, aber sie braucht einen sonnigen Standort und nährstoffreichen Boden. Foto: Andrea Warnecke
dpa-tmn
Während der Erntezeit braucht der Rhabarber einen feuchten Boden. Foto: Andrea Warnecke
Während der Erntezeit braucht der Rhabarber einen feuchten Boden. Foto: Andrea Warnecke
dpa-tmn
Martin Breidbach ist Bundesgartenberater beim Verband Wohneigentum. Foto: Miriel Breidbach
Martin Breidbach ist Bundesgartenberater beim Verband Wohneigentum. Foto: Miriel Breidbach
Miriel Breidbach