Hilfsmittel federn Gewicht ab und geben Halt / Modischen Schuhen fehlt oft ein gutes Fußbett

Keine Scheu vor Einlegesohlen und Einlagen

Schmerzen in den Füßen können die Hölle sein. Eine Voraussetzung, um schmerzfrei durch den Tag zu kommen, ist der Kauf von gesundem Schuhwerk. Aber auch vor Hilfsmitteln sollten sich Kunden nicht scheuen.

Bonn/Northeim/Selsingen (dapd) l Ein gesunder Fuß braucht weder Einlagen noch Einlegesohlen, meint Hartmut Stinus, Vertreter des Berufsverbands der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. "Angenehm und wohltuend" seien sie dennoch häufig, "vor allem wegen der Dämpfung, mit der sie die Schritte abfedern und damit letztlich die Gelenke schonen."

Vor allem in Geschäften für Sport- und Wanderschuhe sei das Angebot an Einlege- und Einlagesohlen beträchtlich. Viele Sportgeschäfte böten ihren Kunden auch eine Laufbandanalyse an. "Dabei kann ein Sportwissenschaftler gut erkennen, ob das Laufbild harmonisch ist, ob die Füße richtig abrollen oder zu Schräglagen neigen - und dann eine entsprechende Schuh- oder eben Einlagenempfehlung abgeben."

Bei Fehlstellungen zum Orthopäden gehen

Wer allerdings Probleme mit den Füßen hat, zum Beispiel weil er häufig umknickt, die Sohlen einseitig abläuft oder Schmerzen an Füßen, Knien oder Rücken spürt, sollte einen Orthopäden aufsuchen, der die Beschwerden individuell untersucht und behandelt, betont der Northeimer Orthopäde und Sportmediziner. "Viele meiner Patienten haben es zunächst mit Normeinlagen probiert und dann festgestellt: Die sind zum Wohlfühlen gemacht, aber nicht zur Korrektur individueller Fehlstellungen."

Das bestätigt auch Georg Stingel, Geschäftsführer der "Aktion Gesunder Rücken" (AGR). Und betont darüber hinaus: "Wenn ich vernünftiges Schuhwerk mit einem guten Fußbett trage, brauche ich überhaupt keine Einlagen."

Dumm nur, dass viele modisch attraktive Schuhe und erst recht die richtig "coolen" Jugendschuhe selten über ein solides Fußbett verfügen. Hier können Konfektionseinlagen die Rettung sein, sagt der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks Helmut Farnschläder. "Wer zu Schuhen ohne Fußbett greift, sollte deshalb möglichst immer gleich Konfektionseinlagen mit anprobieren beziehungsweise kaufen."

Auch für Menschen, die beruflich viel auf flachen und harten Böden laufen, die schwache Fußgelenke oder Übergewicht haben, sind konfektionierte Einlagen eine große Hilfe, wenn sie das Längsgewölbe des Fußes unterstützen. Denn damit schützen sie den Fuß davor, abzuflachen und nach innen zu knicken. "Wenn Sie die Stütze spüren, ist das der beste Hinweis, dass sie Ihnen nützt."

Einlegesohlen wiederum dienten weniger dem Halt als zum Aufnehmen von Fußschweiß, als Stoßdämpfer und häufig auch als "Auffüller" ausgetretener, weit gewordener Schuhe.

Während Konfektionseinlagen rund 20 Euro kosteten, seien Einlegesohlen schon für fünf bis zehn Euro zu haben. Individuell gefertigte orthopädische Maßeinlagen sind teurer, sie kosten laut Farnschläder zwischen 70 und 170 Euro. Zum Großteil würden dafür aber die Krankenkassen aufkommen.