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Violette Pilze

Lila Pilze sehen giftig aus, sind oft aber oft lecker

Kartoffen in violett haben längst die Teller erobert, doch haben Sie schon einmal von lila Pilzen gehört? Der diese gegessen. In diesem Artikel geht es um Arten, die den wenigsten als schmackhafte Esspilze bekannt sind. Dazu gehört zum Beispiel der Violette Rötelritterling.

Von Kerstin Singer Aktualisiert: 24.09.2022, 16:28
Violette Rötelritterling (Lepista nuda), Parasolpilze (Macrolepiota procera) und Flaschenbovist (Lycoperdon perlatum syn. L. gemmatum) liegen geputzt auf einem Teller.
Violette Rötelritterling (Lepista nuda), Parasolpilze (Macrolepiota procera) und Flaschenbovist (Lycoperdon perlatum syn. L. gemmatum) liegen geputzt auf einem Teller. Foto: IMAGO / Metodi Popow

Magdeburg - Pilzgerichte müssen nicht eintönig braun sein, sie können auch lila schillern - und trotzdem essbar sein. Denn es gibt eine Reihe von Pilzen in unseren Wäldern, die rot, blau oder violett sind und deshalb von den meisten für giftig gehalten werden. Doch es sind auch einige Schmackhafte darunter, wie Pilzberater Jürgen Karassek aus Magdeburg weiß.

Lila Pilze im Wald finden

Von Ende September bis Ende Oktober schießen beispielsweise der Violette und der Lilastielige Rötelritterling im Laubwald aus dem Boden. Beide gelten als schmackhafte Esspilze. Der Violette Rötelritterling ist von Kopf bis Fuß violett, beim Lilastieligen Rötelritterling ist es nur der Stiel, die Lamellen und der Hut sind blass-grau bis blass-bräunlich.

Sind lila Pilze giftig?

Ebenfalls komplett lila und essbar ist noch der Violette Lacktrichterling, der wesentlich kleiner als die beiden ersteren, dafür aber in größeren Mengen vorkommen kann. Allerdings speichert er wie Maronen stark radioaktives Cäsium.

Da der Stiel recht zäh ist, sollte nur der Hut verarbeitet werden. Er kann mit dem Gemeinen Rettichhelmling verwechselt werden, der giftig ist. Auch sein Verwandter, der Rosa Rettichhelmling enthält das Pilzgift Muskarin, bei dem noch umstritten ist, wie stark giftig es ist. Trotzdem sollten sie nicht verzehrt werden. Verwechslungsgefahr besteht auch zu Violetten Schleierlingen, die ebenfalls Muskarin enthalten.

Die Schleierlinge sind gut daran zu erkennen, dass feine Fäden wie ein Schleier vom Hutrand bis zum Stiel reichen. Sobald der Pilz wächst und sein Hut sich nach außen breitet, zerreißt der Schleier und ist dann nur noch als Rest am Hutrand oder in der Stielmitte zu erkennen. "Das sieht aus wie ein Spinnengewebe", erklärte Jürgen Karassek. Zu den Schleierlingen zählen beispielsweise der Blaue und der Violette Klumpfuß.