Ferien mit Oma, Opa und Co. Mehrgenerationenurlaub? Nicht aus Pflichtgefühl zustimmen
Oma will mehr Zeit mit den Enkeln, Papa träumt von etwas Entlastung: Doch was tun, wenn der Mehrgenerationenurlaub nicht für alle passt? Wie man freundlich Nein sagt – und trotzdem Nähe zeigt.

Fürth - „Lasst uns doch diesmal gemeinsam Urlaub machen“: Manchmal kommt dieser Vorschlag von den Großeltern, die mehr Zeit mit den Enkeln verbringen möchten und das Gefühl haben, im Alltag zu wenig von ihnen mitzubekommen. Manchmal kommt er von den Eltern, die sich Unterstützung bei der Betreuung der Kinder erhoffen und die Aussicht schätzen, Verantwortung teilen zu können.
Hinter der Idee stehen also oft ganz unterschiedliche Erwartungen und Wünsche. Und nicht immer stößt sie bei allen Beteiligten auf Begeisterung – denn so verlockend gemeinsame Familienzeit klingt, sie bedeutet auch, Gewohnheiten, Bedürfnisse und Rollen neu auszuhandeln.
„Man sollte nicht aus Pflichtgefühl zustimmen, und man muss sich für diese Entscheidung auch nicht entschuldigen oder rechtfertigen“, sagt Dana Mundt. Die Sozialpädagogin koordiniert bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) die Beratungsangebote für Eltern und Jugendliche.
Gründe für Absage wertschätzend formulieren
Sie empfiehlt, die Gründe ehrlich zu kommunizieren, am besten „in wertschätzender Verpackung“, beispielsweise mit der Formulierung: „Wir schätzen euch sehr, aber es fühlt sich für uns im Moment noch nicht richtig, noch nicht passend an.“ Das macht deutlich, dass die Absage keine Ablehnung der Person ist, sondern Ausdruck der eigenen Bedürfnisse.
Zugleich könne man Alternativen anbieten, einen Tagesausflug oder ein gemeinsames Wochenende. „Und wenn alle merken, dass es gut läuft, kann man die gemeinsame Zeit vielleicht auch irgendwann auf einen Urlaub ausdehnen“, sagt Mundt.