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  5. Ostern in Sachsen-Anhalt: Fakten zum Osterfest - Ostereier, Osterhasen und Tanzverbot

Ostern in Sachsen-AnhaltVon O bis N - das Osterfest in sechs bunten Fakten

Der Osterhase hat ein eigenes Postamt? Jawohl. Wo man dieses findet, wie schwer ein Hühnerei sein kann und woher die Schoko-Osterhasen kommen, erfahren Sie hier.

Aktualisiert: 07.04.2023, 11:12
Bemalte Ostereier gehören zu den Bräuchen zum Osterfest.
Bemalte Ostereier gehören zu den Bräuchen zum Osterfest. Foto: Bernd Thissen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Berlin/DUR/dpa- Früh losfahren und für Karfreitag auf keinen Fall eine große öffentliche Party planen - das Osterfest in sechs bunten Fakten:

O wie Osterhasenpostamt: In der Oberlausitz gibt es ein besonderes Postamt. Dort beantworten «Olli Osterhase» und «Lotti Langohr» die Einsendungen. Die Briefe kämen aus aller Welt, zum Beispiel aus Kanada, Australien oder den Philippinen und von Menschen zwischen 2 und 99 Jahren, sagt die Sprecherin des Postamts, Claudia Sobotta. Der erste Brief sei bereits kurz vor Weihnachten 2022 aus Russland eingetroffen. Darin habe sich jemand Frieden gewünscht.

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S wie Stau: Rund um Ostern ist es immer voll auf den Straßen, vor allem am Gründonnerstag. Das sei der staureichste Tag der Osterferien, bestätigt ADAC-Sprecherin Katharina Lucà der Deutschen Presse-Agentur. Der Automobilclub erwartet ein ähnliches Verkehrsaufkommen wie 2021 - «vielleicht sogar etwas höher, da alle Restriktionen in diesem Jahr wegfallen, die im letzten Jahr zumindest stellenweise noch Bestand hatten», so Lucà. Wer kann, sollte lieber schon am Dienstag oder Mittwoch vor den Feiertagen aufbrechen.

T wie Tanzverbot: Die Bundesländer haben verschiedene gesetzliche Regelungen, die Tanz- und andere öffentliche Veranstaltungen am Karfreitag verbieten. Denn dabei handelt es sich um einen sogenannten stillen (Feier-)Tag. Besonders umfangreich sind die Einschränkungen im Süden und Südwesten Deutschlands. Dort gilt das Tanzverbot größtenteils auch für den Karsamstag.

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E wie Eier: Das schwerste Hühnerei der Welt wurde nach Angaben von Guinness World Records 1956 in den USA entdeckt. 454 Gramm soll es gewogen haben. 2016 legte eine Henne im niedersächsischen Wolfenbüttel ein Ei mit einem Gewicht von 209 Gramm. Im Schnitt sind Hühnereier etwa 60 Gramm schwer. Aus kostbaren Materialien kamen Eier im 18. Jahrhundert an den europäischen Höfen in Mode. In den Werkstätten des russischen Juweliers Peter Carl Fabergé (1846-1920) etwa entstand bis 1917 jedes Jahr ein prunkvolles Osterei für die Zarenfamilie - Mini-Meisterwerke aus Gold, Edelsteinen und Emaille.

R wie Rituale: Das Osterfest hat sich im 19. Jahrhundert von einem rein kirchlichen Fest zu einem säkularen Familienfest entwickelt. Der Hintergrund: Die Gesellschaft habe sich von einer stark kirchlich geprägten Agrargesellschaft zu einer eher städtisch geprägten Gesellschaft entwickelt. In dieser habe die Bedeutung der Kirche langsam abgenommen, so die Kulturwissenschaftlerin Katrin Bauer vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn. «Das Bürgertum und die bürgerliche Gesellschaft entstanden.» In deren Familienbild hätten auch Rituale wie das Eiersuchen oder ein gemeinsamer Spaziergang gepasst, sagt Bauer.

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Heute gehören kirchliche Rituale wie der Kirchgang oder das Essen eines Lamms (Sinnbild für den Opfertod Jesu) für viele Menschen ebenso zum Fest wie der Osterbrunch mit der Familie oder das Ostereier-Suchen mit den Kindern.

N wie Naschereien: Im vergangenen Jahr sind in Deutschland rund 240 Millionen Schoko-Osterhasen produziert worden. Dass zu ihrer Herstellung Schoko-Nikoläuse oder -Weihnachtsmänner verwendet werden, ist eine Urban Legend: Die Saisonartikel werden aus frisch hergestellter Schokoladenmasse gefertigt. Alles andere würde «den hohen Qualitätsansprüchen nicht genügen und wäre auch lebensmittelrechtlich gar nicht zulässig», erklärt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, Torben Erbrath.

Der größte Schokoladenhase, den es je gab, war nach Angaben des Guinness-Buchs der Rekorde viereinhalb Meter hoch und rund 4200 Kilo schwer. Neun Menschen arbeiteten 2017 in Brasilien acht Tage lang an der riesigen süßen Skulptur.