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Südostasien Mehr Reisende denn je: Warum Vietnam bei Urlaubern boomt

Halong-Bucht, Hoi An, tropische Inseln: Vietnam vermeldet einen Besucherrekord. Warum das Land Europas Winterflüchtlinge und Asienfans gleichermaßen fasziniert.

Von dpa 11.02.2026, 15:50
Wenn der Zug kommt, wird es eng: Die „Train Street“ in Hanoi ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt.
Wenn der Zug kommt, wird es eng: Die „Train Street“ in Hanoi ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt. Carola Frentzen/dpa

Hanoi - Vietnam startet mit einem Rekord ins neue Tourismusjahr: Im Januar kamen fast 2,5 Millionen internationale Besucher ins Land – so viele wie nie zuvor in einem einzelnen Monat. Wie die nationale Tourismusbehörde VNAT mitteilte, lag die Zahl der Ankünfte 18,5 Prozent über dem Vorjahreswert. 

Das südostasiatische Land wird bei Reisenden aus aller Welt immer gefragter – im Gegensatz zu anderen Urlaubszielen der Region wie Thailand und Kambodscha, die zuletzt rückläufige Besucherzahlen verzeichneten. Unter anderem war der schwelende Grenzkonflikt zwischen den beiden Nachbarstaaten verantwortlich: Im vergangenen Jahr kam es in der Grenzregion wiederholt zu gewaltsamen Zwischenfällen.

Warum ist Vietnam so beliebt?

Der Großteil der Touristen in Vietnam kommt zwar aus anderen asiatischen Ländern. Aber auch aus Deutschland und Europa im Allgemeinen kommen deutlich mehr Reisende. 

Als Gründe für den Boom nannte VNAT unter anderem erleichterte Visa-Regelungen, zusätzliche internationale Direktverbindungen sowie die Attraktivität Vietnams als Fernreiseziel in den europäischen Wintermonaten. Deutsche Staatsbürger benötigen etwa für Aufenthalte bis zu 45 Tagen gar kein Visum. Vor allem aber bietet das Land eine vielfältige Mischung aus Natur, Kultur und Badeurlaub.

Was sind die Hauptattraktionen?

Zu den beliebtesten Reisezielen zählt die Halong-Bucht im Norden mit ihren spektakulären Kalksteinfelsen, die zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. 

Ebenfalls im Norden liegt die Hauptstadt Hanoi. Deren Altstadt ist ein kunterbuntes, lebhaftes Labyrinth historischer Gassen - samt traditionellen Ess-Ständen, französischen Kolonialbauten und modernen Cafés. Die „Train Street“ bietet puren Nervenkitzel: Mehrmals täglich rattert ein Zug nur wenige Zentimeter an Häuserfassaden, Cafétischen und staunenden Besuchern vorbei.

Zentralvietnam lockt mit der Kaiserstadt Hue, der malerischen Altstadt von Hoi An mit Tausenden bunten Lampions sowie langen Sandstränden bei Da Nang. Im Dschungel auf der nahe gelegenen Halbinsel Son Tra lebt ein einzigartiges Tier: Der Rotschenklige Kleideraffe, der mit seinem bunten Fell und seinem markanten weißen Bart oft als schönster Affe der Welt bezeichnet wird.

Der Süden: Nha Trang, Saigon und Phu Quoc

Weiter südlich liegt Vietnams bekannteste Küstenstadt: Nha Trang, ein Badeort mit langen Sandstränden, türkisblauem Wasser und leckeren Meeresfrüchten. Die pulsierende Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon) ist der Ausgangspunkt für Touren ins Mekong-Delta. Der Strom mündet südlich der Stadt ins Südchinesische Meer, sein gewaltiges Delta aus Flussarmen, Sümpfen und fruchtbaren Feldern umfasst fast zweimal die Fläche Sachsen-Anhalts.

Sonnenanbeter zieht es auch immer mehr auf Phu Quoc im Golf von Thailand - die Insel mit ihren Postkarten-Stränden ist bisher noch vom Massentourismus verschont geblieben. Wegen des Vietnam-Booms wird es in der Hauptsaison von November bis April aber auch hier inzwischen spürbar voller.