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Reiseadapter lösen das Problem Saftlos im Urlaub – Hilfe, der Stecker passt nicht!

Andere Länder, andere S... Steckdosen. In vielen Ländern müssen Urlauber nicht nur an Ladekabel, sondern auch an passende Aufsätze denken. Selbst dann sollte man aber nicht einfach alles anstöpseln.

Von Tom Nebe, dpa Aktualisiert: 22.01.2026, 12:17
Steckdosen in den USA wirken wie erstaunte Gesichter: Und wenn dann der eigene Stecker nicht passt...
Steckdosen in den USA wirken wie erstaunte Gesichter: Und wenn dann der eigene Stecker nicht passt... Till Simon Nagel/dpa-tmn

Offenbach - Es ist ein vertrauter Anblick: Aus den heimischen Steckdosen schauen einem zwei kleine runde Augen entgegen. Doch in vielen anderen Ländern haben die Dosen ein ganz anderes Antlitz: In den USA sind es zwei längliche Schlitze, oft noch mit einem halbrundem Schutzkontakt, der die Dose wie ein erstauntes Gesicht wirken lässt, während die drei Dosenschlitze in Australien einen besorgten Ausdruck zu haben scheinen.

Was diese Dosen mit vielen anderen auf der Welt gemeinsam haben: Das heimische Ladegerät fürs Smartphone oder der Stecker für den Föhn passen dort nicht. Es braucht einen Adapter, doch die Nutzung dieser Zwischenstecker ist längst nicht immer ohne Tücken. 

Wie man herausfindet, welcher Stecker in welchem Land passt und was dann dennoch zu beachten ist, damit das Gerät nicht kaputtgeht.

Wo braucht man einen Adapter?

In Deutschland gibt es vor allem zwei Arten von Steckern: rundliche Konturen-Stecker, oft mit Schutzkontakt, die dann auch als „Schuko-Stecker“ bezeichnet werden, und flache Eurostecker. Letztgenannte sind bei Geräten mit geringerer Leistung im Einsatz, Smartphones zum Beispiel, häufig auch Laptops.

Schuko-Stecker, auch als Typ F bezeichnet, sind vor allem in weiten Teilen Europas verbreitet, der Eurostecker (auch: Typ C) ist noch flexibler und passt in mehr Steckdosen, auch außerhalb des Kontinents. 

Weltweit gibt es laut der International Electronical Organisation (IEC) 15 unterschiedliche Steckertypen, von Typ A bis Typ O. Wo welche Stecker verbreitet sind, welche Stecker in welche Dosen passen und wie hoch die Netzspannung und Netzfrequenz in jedem Land ist, listet die Organisation auf der Webseite www.iec.ch/world-plugs übersichtlich auf. Dort kann man auf einer Weltkarte ein einzelnes Land anklicken und erhält die Informationen.

Wobei es immer auch Abweichungen geben kann: So ist zum Beispiel in Argentinien zwar der aus drei Schlitzen bestehende Dosentyp I - das „besorgte Gesicht“, das auch in Australien gängig ist - weit verbreitet. Gerade im Norden des südamerikanischen Landes kann einem aber etwa auch Typ C begegnen, also eine Dose, wo der heimische Eurostecker passen würde.

Welche Adaptertypen gibt es?

Wer nach Reisesteckern sucht, findet Adapter in allen Facetten: als Einzelstecker für nur wenige Euro, bei denen der Aufsatz für einen ganz bestimmten Steckdosentyp gedacht ist, oder im Paket mit mehreren Aufsätzen für verschiedene Länder. 

Dann gibt es die Multistecker als „All-in-one“-Lösung, die optisch wie ein großer Würfel daherkommen: Über Schieber lassen sich hier nach Bedarf die benötigten Kontaktstifte aus- und einfahren, zudem gibt es häufig auch USB-Anschlüsse auf dem Würfel. Sie sind im Vergleich in der Regel teurer.

Kann ich einfach den Adapter aufsetzen und anstecken?

Das kommt darauf an. Es müssen nicht nur die Stecker passen - auch Spannung und Netzfrequenz spielen eine Rolle. In vielen Ländern der Welt ist die Spannung gleich oder nahezu gleich wie in Europa, wo der Strom mit 230 Volt aus der Steckdose fließt.

Doch in den USA oder Kanada etwa liegt die Netzspannung bei 120 Volt. Auch die Netzfrequenz ist dort mit 60 Hertz eine andere als bei uns mit 50 Hertz.

Ob etwa das Smartphone in diesem Fall dennoch lädt, hängt davon ab, ob das Netzteil in der Lage ist, die anliegende Spannung und Frequenz zu erkennen - das können einige, aber nicht alle Netzteile. Ein Blick auf das Netzteil kann Aufschluss geben: Dort steht dann etwa „Input 100-240V - 50/60 Hz“.

„Bei Geräten, die ohne Netzteil im Ausland betrieben werden sollen, gilt es grundsätzlich erst einmal sicherzustellen, dass diese mit der Netzspannung im Ausland kompatibel sind“, erklärt Hendrik Schäfer vom Elektronik-Verband VDE. So könnten etwa Rasierapparate häufig mittels eines Schalters auf den 110 Volt Betrieb umgestellt werden. Bei Haartrocknern sei das häufig nicht möglich - darum könnte der Betrieb unter Umständen das Gerät beschädigen, auch wenn es über den Adapter zunächst verwendbar erscheine.

Daher gilt aus Sicht des Fachmanns Vorsicht bei der Verwendung von Reiseadaptern. „Vor allem Geräte mit einem hohen Leistungsbedarf sollte man möglichst nicht über Reiseadapter betreiben.“ Manche Adapter haben auch die maximale Leistungsabnahme aufgedruckt.

Warum kann falsche Spannung ein Gerät beschädigen?

Wenn ein Gerät mit zu wenig Spannung betrieben wird, funktioniert es möglicherweise nicht richtig - und nimmt schlimmstenfalls Schaden. Wobei das Risiko größer ist, wenn die Netzspannung zu hoch ist. Dann drohen Überhitzung und Kurzschlüsse. „Salopp gesagt: Im Zweifel lieber weniger Strom als zu viel“, sagt Schäfer.

„Grundsätzlich sollte man in der Bedienungsanleitung schauen, für welche Spannungen und Frequenzen und damit für welche ausländischen Netze sie kompatibel sind. Und für welche nicht“, rät Schäfer. Oft finden sich diese Angaben auch am Typenschild des Gerätes.

Vergibt der VDE Prüfzeichen für Adapter?

Nein, sagt Hendrik Schäfer. Als Gründe nennt er die Unterschiede bei den weltweit verbauten Steckertypen sowie bei den Netzspannungen und auch bei den mechanischen Belastungen der Steckdose. Dazu kommen noch eine Reihe weiterer technischer Gesichtspunkte wie etwa der Berührungsschutz, oder ob über den Adapter überhaupt die Möglichkeit besteht, einen verbauten Schutzleiter zu verwenden.

Produkte, die mit einem VDE-Prüfzeichen ausgestattet sind, gelten in der Verwendung als sicher - sie sollen zudem dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Der VDE vergibt die Prüfzeichen nach eigenen Angaben nach erfolgreicher Besichtigung von Fertigungsstätten, Produktkontrollen und der regelmäßigen Fertigungsüberwachung.