Wellington (dpa) - Die Behörden in Neuseeland haben der satirisch-kritischen Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters erlaubt, offiziell Ehepaare zu trauen. Das bestätigte der führende Standesbeamte des Landes, Jeff Montgomery, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in der Hauptstadt Wellington.

Die Gruppe habe alle Kriterien erfüllt. Es liegt nicht an mir, deren philosophische oder religiöse Grundsätze zu beurteilen, sagte Montgomery. In Neuseeland dürfen auch Glaubensgemeinschaften wie Scientology oder Druiden Trauungen durchführen.

Die Anhänger der Spaghettimonster-Kirche nennen sich Pastafari. Die Bewegung entstand 2005 in den USA im Zusammenhang mit dem Streit um die Evolutionstheorie im Unterricht an öffentlichen Schulen. Pastafaris haben sich in einigen Ländern auch das Recht erstritten, mit einem Sieb auf dem Kopf auf Führerscheinbildern zu erscheinen.

Im brandenburgischen Templin war im November hingegen ein Anhänger der Gruppe mit einer Klage gegen die Behörden gescheitert: Er wollte auf dem Passfoto für den Personalausweis ein Piratentuch tragen. Der 64-Jährige berief sich auf die im Grundgesetz vorgeschriebene Gleichbehandlung von Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften. Grundsätzlich sind in Deutschland Kopfbedeckungen auf Passbildern nicht erlaubt, Ausnahmen aus religiösen Gründen sind aber möglich.

Church of the Flying Spaghetti Monster in New Zealand auf Facebook