Magdeburg (prophoto/vs) l Die Streetfotografie ist an Vielseitigkeit nicht zu überbieten. Sie ist ein Genre, in dem man sich früher oder später auf einen Schwerpunkt festlegen wird, um den Fokus auf das Wesentliche für sich nicht zu verlieren, aber auch, um hier seinen persönlichen fotografischen Stil zu präsentieren. Für welchen fotografischen Schwerpunkt man sich letztendlich entscheidet, hängt natürlich maßgeblich auch von den persönlichen Vorlieben ab.

Für Einsteiger in die Streetfotografie ist es im ersten Schritt sicherlich ratsam, zunächst erst einmal für alles offen zu sein und sich fotografisch auszuprobieren. Gerade am Anfang helfen einzelne Fototouren unter dem jeweiligen fotografischen Schwerpunkt bei der Entscheidung, welcher einem am besten liegt. Natürlich kann man auch mehrere Schwerpunkte in der Streetfotografie haben. Doch Achtung: Um den Fokus nicht zu verlieren, sollte man sich pro Fototour für einen Schwerpunkt entscheiden, denn sonst sieht man sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Gute Bilder auch mit Smartphone Es gibt nicht

Bei der Vielzahl an Genres kann es für die Streetfotografie nicht das eine zu empfehlende Aufnahmegerät geben. Grundsätzlich sind kleinere Kamerasysteme wie die kompakten System- und die Superzoomkameras für die Streetfotografie prädestiniert. Sind die Lichtverhältnisse gut, dann ist je nach Motiv das Smartphone ein gern genutztes Aufnahmegerät, das oftmals auch für eine andere Bildsprache steht.

Fällt die Entscheidung auf eine Spiegelreflexkamera, die natürlich auch bestens für die Streetfotografie geeignet, aber in der Regel deutlich schwerer ist, dann ist ein zusätzlicher Handgriff eine tolle Erleichterung, damit das Kameragewicht nicht so zum Tragen kommt. Kameras bieten grundsätzlich einen größeren fotografischen Spielraum, der für ein Mehr an kreativen Möglichkeiten steht.

Von Vorteil ist in jedem Fall die Nutzung eines aktuellen Kameramodells. Diese sind wahre Geschwindigkeitsweltmeister! Verbesserte Serienbildfunktionen verhelfen dabei keinen Moment mehr zu verpassen, stehen diese derzeit neben 4K für die Revolution der Momentfotografie. Spätestens die Auslöseverzögerung bei älteren Kameramodellen spricht für den Einsatz einer aktuellen Kamera – bei aktuellen Kameramodellen gibt es die leidige Auslöseverzögerung nicht mehr. Und wenn Kamerahersteller heute bei Produktneuheiteneinführungen von noch besserer Bildqualität sprechen, dann haben sie damit recht. Sichtbar macht diese der Vergleich.

Optik enstcheidet über Bildqualität

Kommt eine Kamera für Wechseloptik, also eine kompakte System- oder eine Spiegelreflexkamera zum Einsatz, dann entscheidet die verwendete Optik maßgeblich über die Bildqualität. Qualität hat ihren Preis und zahlt sich in puncto Bildqualität aus.

Streetfotografen geben Festbrennweiten gern den Vorzug, da sie mit ihrer großen Anfangsöffnung perfekte Bilder bei diffusem Licht oder Regen liefern und man noch kürzere Verschlusszeiten mit ihnen erzielen kann. Oftmals ist es aber auch eine Glaubensfrage, warum Festbrennweiten der Vorzug gegeben wird.

Für die Festbrennweite spricht sicherlich, dass damit das Zoomen entfällt und man dadurch seiner Fotoserie einen formalen Zusammenhang gibt und nicht dauernd die Brennweite wechselt. Zudem laden Festbrennweiten dazu ein, als Fotograf selbst die passende Distanz zum Motiv zu finden. Das schärft enorm den Blick, weil das so bequeme Zoomen entfällt.

Weitwinkelobjektive sind in der Streetfotografie bestens für Übersichten geeignet. Die Bauweise ist kurz, man fällt als Fotograf sprichwörtlich nicht auf und kann gut aus dem Verborgenen fotografieren. Teleobjektive stehen für die Verdichtung von Straßenszenen und helfen Distanzen zu überbrücken. Der Blickwinkel ist reduzierter, wodurch sich der Abbildungsmaßstab des Bildwichtigen vergrößert. Normalobjektive, die dafür stehen Motive so abzulichten wie wir sie sehen, spielen in der Streetfotografie ihre große Stärke aus, wenn es um die natürliche Darstellung des Wahrgenommenen geht.