Sülzetal l Eine Forderung über gut 80.000 Euro flatterte kürzlich einem Leser im Sülzetal ins Haus. Das Landgericht München hatte diese Summe wegen angeblicher Rückstände des Mannes bei seiner Krankenversicherung festgesetzt und ein Inkassounternehmen wollte die „Schulden“ nun eintreiben.

Seit mehr als einem Jahrzehnt bei der Kölner Central krankenversichert, kann der Mann schon lange nur noch für den Notfalltarif aufkommen. Darin enthalten sei auch sein Beitrag zur Pflegeversicherung, doch gebe es seit geraumer Zeit Unstimmigkeiten mit dem Hallenser Landesverwaltungsamt bezüglich dieser Zahlungen, schrieb er dem Leser-Obmann. Und dann sei das Schreiben mit der unglaublichen Forderung gekommen …

Weder von der Krankenversicherung noch dem Inkassobüro habe er auf schriftliche und telefonische Anfrage Auskunft erhalten, worauf sich diese Summe beziehen soll. Und das Landgericht München habe auf seine Mail gar nicht reagiert. „Ich weiß wirklich nicht weiter – keiner kann mir eine Information zum Sachverhalt geben. Seit dem Schreiben kann ich nicht mehr arbeiten und ich weiß auch nicht, wofür es sich lohnt“, schrieb der verzweifelte Mann unserer Redaktion.

Kontostand des Versicherten aktualisiert

Auf Intervention des Leser-Obmanns wurde der ihn betreffende Sachverhalt bei dessen Kölner Versicherungsunternehmen nun gründlich überprüft und festgestellt, dass gegen ihn wegen Zahlungsschwierigkeiten zwar ein Mahnverfahren eröffnet werden musste und die durch Gerichtsbeschluss festgestellte Forderung an ein Inkassounternehmen abgegeben wurde.

Da zeitgleich weitere Forderungsansprüche an Universal Inkasso AG übermittelt worden seien, „kam es dort intern versehentlich zu einer Verwechslung bezüglich des geforderten Betrages“. So wurden von dem Versicherten in Sachsen-Anhalt mehr als 80.000 Euro an vermeintlichen Rückständen gefordert – statt seiner im Verhältnis dazu vergleichsweise geringen tatsächlichen Beitragsschulden. „Universal Inkasso und wir bedauern das Versehen und bitten Ihren Leser um Entschuldigung“, so Central-Sprecherin Nicole Skalicky.

Was die Unstimmigkeiten mit der Pflegeversicherung betreffe, sei der diesbezügliche Kontostand des Versicherten zwischenzeitlich aktualisiert und der Sachverhalt mit dem Landesverwaltungsamt in Halle/Saale bereits geklärt worden, wurde uns versichert.