Haldensleben/Wolmirstedt l „Wir bauen das Telekommunikationsnetz der Zukunft und eröffnen auch Ihnen immer neue Möglichkeiten.“ Mit dieser Standardeinleitung begann ein Schreiben der Deutschen Telekom an Kunden im Landkreis Börde, deren derzeitiger Vertrag nicht auf das bisherige Netz abgestimmt sei und nicht unverändert weiterlaufen könne. Den Kunden wurde ein neuer, teurerer Vertrag angeboten, und als diese sich nicht dazu äußerten, der bisherige fristgerecht zum Oktober 2019 gekündigt.

Ist das so möglich und rechtens?, fragten die Leser aus der Börde den Leser-Obmann.

Bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt ist dies kein neues Thema. „Das ist der gleiche Sachverhalt, den wir schon so oft hatten, nur halt mit einem anderen Tarif“, sagt Verbraucherberaterin Katja Schwaar. Sämtliche Altanschlüsse der Telekom werden Stück für Stück auf die neue Technik umgestellt, erklärt sie. Und so wie jeder Kunde einen Vertrag zu seinem Ablauf kündigen kann, könne dies natürlich auch der Vertragspartner, hier die Telekom.

Vertragsalternative für Kunden

„Den Kunden bleibt also gar nichts anderes übrig, als sich nach einer Vertragsalternative umzusehen“, meint Katja Schwaar und empfiehlt ihnen, sich schnellstens beraten zu lassen, welche Möglichkeiten überhaupt bestehen, ob sie auf Funk angewiesen sind oder ob es Alternativen gibt? „Danach wäre ein Anbieter- und Tarifvergleich anzuraten, vor allem auch bei den Nachbarn nachzufragen, mit welchem Anbieter diese gute Erfahrungen haben“, so der Rat der Verbraucherberaterin.

Leider seien Verkäufer hierbei nicht immer wirklich ehrlich und auch die Verfügbarkeitssuche im Internet gebe nicht so genau den wahren Versorgungsgrad wieder, weiß sie aus Erfahrung.

„Aber um eine Umstellung ihres Vertrages kommen diese Leser nicht herum“, teilte Katja Schwaar dem Leser-Obmann abschließend mit. Durch Kündigung des alten Vertrages wurden vollendete Tatsachen geschaffen, der Anschluss werde zum genannten Stichtag garantiert abgeschaltet. „Deshalb sollten die Leser auch nicht ewig warten, sonst kommen unter Umständen noch deutlich höhere Kosten auf sie zu“, mahnt die Verbraucherberaterin.

Anbieterwechsel nicht fehlerfrei gelaufen

Auch Familie Völlger in Burg war deren alter Call & Surf Comfort-Vertrag gekündigt worden. Diese Kunden vereinbarten keinen neuen mit der Telekom, sondern mit einem anderen Anbieter und beantragten die Rufnummer-Portierung – wozu es aber ewig nicht kam.

Beim Anbieterwechsel sei es aufgrund „verschiedener Fehler sowohl auf unserer als auch auf der Seite des Carriers nicht fehlerfrei gelaufen“, wurde von der Telekom gegenüber dem Leserobmann eingeräumt, wofür man sich „in aller Form bei den Kunden“ entschuldige. „Die Telekom hat uns nun endlich aus dem Telefonvertrag entlassen, die Telefonnummer zum 1. Juli abgeschaltet und zur Portierung an den neuen Anbieter freigegeben“, teilte uns Familie Völlger mit. Leider aber sei dieses leidige Thema damit nicht beendet.

Die Aktivierung des Anschlusses durch den neuen Anbieter ziehe sich ohne konkrete Begründung weiter hin. „Wir haben zwar als Übergang einen Telefonanschluss bekommen, möchten aber mit unserer bisherigen Nummer wieder telefonieren und Gespräche empfangen können.“

Auf Nachfrage des Leser-Obmannes zeigte sich Frau Völlger inzwischen aber zuversichtlich, dass dies mit Portierung der Rufnummer – so wurde ihr versichert – endlich möglich sein soll.