Meine Zahl des Tages ist die 183. Exakt so viele Wörter und Wendungen aus dem Englischen hat unser Leser Arno Krabel aus Osterwieck in kurzer Zeit in Texten in der Volksstimme gefunden. Alphabetisch geordnet hat er sie nun dem Leser-Obmann übermittelt, verbunden mit der Frage: „Muss das sein?“ Was freilich nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten ist.

Klar ist, dass in der Tat in Agentur- und Zeitungstexten zu viele Anglizismen verwendet werden, häufig überflüssigerweise, was der Lesbarkeit eines Textes auch nicht unbedingt dienlich ist, schon gar nicht im Lokalen. Der Leser nannte Beispiele: Airport, Chicken, Event, Kid, Snack, Shoppen, Security oder Statement, für die es allemal deutsche Entsprechungen gibt.

Klar ist aber auch, dass die Globalisierung, der ständige Kontakt zu anderen Kulturen die Verwendung von Wörtern und Wendungen aus dem Englischen fördert, ja erfordert – was seinen Niederschlag zwangsläufig in der Zeitungssprache findet. Der Sprachwissenschaftler Professor Wolfgang Klein, Projektleiter des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache, meint, dass Anglizismen in vielen Fällen eine Bereicherung seien, weil sie Dinge bezeichneten, die es vorher nicht gab. Der „Badischen Zeitung“ nannte er als Beispiel „liken“, womit man diesen Knopfdruck meint, mit dem man sagt: „Es gefällt mir!“ Auch Arno Krabel listete englische Wörter auf, die in diese Kategorie fallen, nämlich „Fake-News“ und „Hype“.

Darüber hinaus hat der Sport seine eigene Sprache, reich an Anglizismen, die zu verwenden eine Sportredaktion nicht umhinkann wie etwa „Play-off“, „Top-Ten“ oder „Final Four“, aber auch „Coach“, „Kicker“ und „Keeper“, die ebenfalls auf der Liste des Lesers stehen.

So seltsam es auch klingen mag, wenn die Bahn einen „Service Point“, die Telekom einen „Citycall“ und die Stadt ein „Jobcenter“ hat, Wörter und Wendungen aus dem Englischen sind längst in unserem Sprachgebrauch angekommen. Auf entbehrliche Angliszismen beziehungsweise Fremdwörter überhaupt sollten wir in unseren Texten dennoch verzichten. Da gebe ich Arno Krabel recht.