Heidelberg/Berlin (dpa) - Schauspielerin Aylin Tezel (37) hat für schwierige Karriere-Entscheidungen, etwa beim "Tatort"-Ausstieg, auf ihren Instinkt gehört. "Das macht für mich am meisten Sinn", sagte die in Ostwestfalen geborene Deutsche der "Rhein-Neckar-Zeitung".

"Selbst wenn man rationale Entscheidungen trifft, sollte man im besten Fall an einen Punkt kommen, an dem man sich damit wohl fühlt. Und wohl fühlen kann man sich nur, wenn man etwas macht, was für einen richtig ist." Dazu gehöre für sie auch "Mut, auf seine innere Stimme, seinen Instinkt zu vertrauen".

Auslöser für ihre Schauspiel-Begeisterung sei der Tanz gewesen, sagte Tezel: "Ich war damals in einer Tanzgruppe, mit der haben wir in einem Bielefelder Theater bei einem Musical mitgewirkt: "Black Rider", mit der Musik von Tom Waits. Als ich zum ersten Mal auf der Theaterbühne stand, hat meine Intuition eingesetzt. Ich habe gefühlt: Davon möchte ich mehr machen." Letztlich habe sie dies dann zu Film und Fernsehen geführt. "Aber das "Spielen wollen" ist es geworden, und das habe ich damals schon sehr stark in mir gespürt."

Tanzen, auch Paartanz, mache sie auch weiterhin "glücklich", sagte die Schauspielerin, die derzeit in der Krimi-Miniserie "Unbroken" (ab Dienstag um 21.45 Uhr auf ZDFneo und in der ZDF-Mediathek) zu sehen ist. "In meiner Jugend habe ich eine Tanzschule besucht und alle gängigen Paartanz-Richtungen gelernt. Inzwischen bin ich damit extrem eingerostet, aber für Partys reicht es noch." Über männliche Partner sagte Tezel: "Und wenn er gut führt, lasse ich mich auch führen."

Tezel, die im Dortmunder "Tatort"-Team, in "Almanya - Willkommen in Deutschland" und in "Am Himmel der Tag" spielte, lebt in Berlin und pendelt viel nach London. "Ich habe dort eine Agentur als Schauspielerin und auch als Autorin und Regisseurin. Zum anderen habe ich einfach eine Verbindung zu dieser europäisch-englischsprachigen Welt (...). Ich fühle mich da sehr zu Hause."

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