Klietz l Eine Woche ließ sie die Arbeit ruhen, dann legte sie wieder los mit dem Lieferdienst.

„Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber ich will, ich muss etwas tun – selbst wenn die Einnahmen mit der Lieferung der Blumen zu den Kunden ins Haus nur einen Bruchteil der üblichen Einnahmen decken. Sie reichen vielleicht für die monatlichen Fix-Kosten.“ Denn auf die in Aussicht gestellten Hilfsprogramme von Bund beziehungsweise Land will sie sich nicht verlassen, „und der Umsatzausfall und das, was ich verschenken oder leider in die Biotonne werfen musste, wird ja ohnehin nicht bezahlt“, blickt die 57-Jährige besorgt in die Zukunft. „Im Herbst bin ich 30 Jahre selbstständig, habe immer gearbeitet. Der Laden ist meine ganze Existenz, mein Leben, meine tägliche Freude.“ Deshalb ist der Lieferdienst ein Strohhalm, nach dem Marion Hupka greift. „Gerade jetzt, wo die Blumen- und Gartenzeit so richtig startet. Jeder will raus, es sich im Garten schön machen.“ Die Osterdeko, die Anfang März natürlich schon geordert war, lagert die Klietzerin größtenteils ein – „was dann 2021 davon noch verkäuflich ist, werde ich sehen“.

Angebot ist etwas eingeschränkter

Die Lieferung erfolgt jetzt ausschließlich auf telefonische Bestellung. Und das Angebot ist auch etwas eingeschränkter. Denn die Großmärkte haben seit 1. April eingeschränkte Öffnungszeiten und verfügen nicht mehr über das komplette Sortiment. Und es stoppt auch nur noch ein Lieferant in Klietz. „Von manchen Blumen müsste ich auch große Mengen abnehmen – selbst wenn ich nur kleine Bestellungen dafür habe. Es ist also nicht mehr alles möglich“, hofft Marion Hupka auf das Verständnis der Kunden.

Die Übergabe der Ware im Großraum Klietz erfolgt am Gartenzaun, geschützt mit Abstand, Handschuhen und Mundschutz.

Dankeschön und selbstgenähter Mundschutz

Apropos Mundschutz: Da hat die Geschäftsfrau einen ganz besonderen, der sie zu Tränen rührte. Vor wenigen Tagen steckte im Postkasten ein Tütchen für die „Blumenfrau Marion“ mit herzlichen Worten und dem Dank für den Lieferservice und einem selbst genähten Mundschutz mit Blumenmuster. „Wenn ich so etwas lese oder ja auch hin und wieder höre, ist das Seelenbalsam in dieser für uns alle so schwierigen Zeit.“ Dankbar ist sie für die Unterstützung durch ihren Partner und auch ihren Bruder.

Inzwischen macht sich auch vorsichtiger Optimismus breit. Der Lieferdienst wird recht gut angenommen, so dass die laufenden Kosten gedeckt werden könnten. „Und vor allem ganz wichtig: Ich habe etwas zu tun und muss nicht untätig rumsitzen!“

Auch andere Blumengeschäfte in der Region sind bemüht, die Zeit der verordneten Schließung mit diversen Angeboten zu überbrücken.