Brand

15 Kubikmeter Müll in Flammen

Auf einem Müllumschlagplatz in Ziepel gab es einen größeren Brand. Ursache vermutlich: eine alte Batterie.

Von Stephen Zechendorf

Ziepel l Kurz vor 16 Uhr ging der Alarm bei der Leitstelle in Burg ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die dicken schwarzen Rauchwolken bereits weithin zu sehen. Die Kameraden der alarmierten Wehren konnten quasi „auf Sicht“ zum Brandort fahren. Der Rauch stieg über dem Firmengelände auf, vor dessen Eingang die Firmenschilder der AJL und der Firma Remondis stehen.

Gebrannt hat nach Angaben von AJL-Geschäftsführer: Henning Gehm ein Gemisch von Sperrmüll, Hausmüll und hausmüllartigen Gewerbeabfällen auf der so genannten Umschlaganlage für Haus- und Sperrmüll. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 1500 Euro, Personenschäden gab es keine.

Laut Aussagen des stellvertretenden Stadtwehrleiters von Möckern, Tino Lehmann rückten die Ortsfeuerwehren aus Ziepel, Büden, Wallwitz, Möckern, Zeddenick, Körbelitz/Möser und Nedlitz aus. Etwa 30 Einsatzkräfte versuchten zunächst, mit Wasser den Flammen Einhalt zu bieten, später wurde mit Löschschaum gearbeitet. Zum Selbstschutz arbeiteten die Kameraden zum Teil unter Atemschutz. Mit Hilfe eines betriebseigenen Radladers konnte vor einer Brandausbreitung ein Großteil der dort gelagerten Materialien beiseite geschoben werden., so dass letztendlich nur etwa 15 Kubikmeter Abfall gebrannt haben, so Henning Gehm.

„Der Brand ist wahrscheinlich durch eine defekte Lithiumionenbatterie entstanden, die sich aufgrund der Feuchtigkeit entzündet hat“, vermutet Henning Gehm: „Diese Batterie hätte eigentlich vom Abfallerzeuger über die Elektroaltgerätesammlung oder an den Wertstoffhöfen entsorgt werden sollen und keinesfalls im Haus- oder Sperrmüll. Dies ist inzwischen deutschlandweit ein Problem bei Abfall-einsammlungen.“ Laut Gehm stellen defekte Lithiumbatterien, egal wo, immer eine Gefahr dar. Er erinnert an die Berichte über sich entzündende Mobilfunkgeräte beim Aufladen: „Größer und damit gefährlicher sind natürlich die Akkus, die in Laptops oder Akkuschraubern verbaut werden. Zum Glück hat sich diese Batterie nicht im Einsammelfahrzeug entzündet.“

Gehm versichert, eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden. Vorgaben zur Alarmierung der Bevölkerung gibt es ihm zufolge bei der Umschlaganlage für Haus- und Sperrmüll nicht: „Dies betrifft tatsächlich nur das Gefahrstofflager von Remondis.“ Über eine Werkfeuerwehr verfüge man nicht, jedoch seien die Mitarbeiter zur Erstbekämpfung ausgebildet, unter anderem im Umgang mit Feuerlöschern.

In Sichtweite der in Brand geratenen Lagerfläche befindet sich eine Bunkeranlage des Entsorgungsbetriebes Remondis, in der auch brennbare Abfälle eingelagert werden. In der Vergangenheit war es auch hier schon zu Bränden gekommen. Nach Einschätzung von Tino Lehmann habe jedoch keine Gefahr des Übergreifens der Flammen bestanden, weil der Müllsammelplatz von einer Betonmauer umschlossen sei. Bis in die Abendstunden waren die Kameraden mit den Lösch- und Nacharbeiten beschäftigt.

Die Umschlaganlage in Ziepel ist für einen Umschlag von 100 Tonnen pro Tag genehmigt. Die Abfälle, die gebrannt haben, waren erst vormittags angeliefert worden. Es handele sich also nicht um länger lagernde Abfälle, so Gehm. Umgeschlagen werden dürfen in Ziepel Haus,-Sperrmüll, hausmüllartige Gewerbeabfälle, Bau- und Abbruchabfälle, Holz, Papier/Pappe, Kunststoffe.“ Bei der AJL sind am Standort Ziepel 29 Mitarbeiter beschäftigt, von denen 24 Kraftfahrer sind, also nicht auf dem Gelände arbeiten.

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