Burg l Während bei windig- kühlen Temperaturen sich wenigstens die Sonne hin und wieder sehen ließ, nutzten Sonnabend nur wenige Besucher die Flaniermeile auf der Schartauer Straße bis hin zum Gummersbacher Platz. Nur zu den Künstlerauftritten versammelten sich Besucher vor den Bühnen auf dem Roland- und Magdalenenplatz.

Was in diesem Jahr komplett fehlte, waren Schlangenbeschwörer, Feuerspucker, Jongleure, Gaukler und Schaukämpfe des Mittelalters. Auch die auf früheren Festen gut besuchten Stände mit altem Handwerk suchte man vergebens. Somit war letztlich das „Rolandfest“ ohne Bezug zur Rolandfigur des Mittelalters, die in vielen Städten als Zeichen bürgerlicher Freiheit aufgestellt wurde.

Schulhof kann nicht mehr genutzt werden

Da die ehemalige Clara-Schwab-Schule vor einigen Tagen verkauft wurde, konnte der Schulhof, wie in den letzten Jahren, für das Mittelalterspektakel nicht genutzt werden, bestätigte Petra Jäger vom Sachgebiet Kultur, Bildung und Soziales der Stadt Burg. Zusätzlich fand das Rolandfest eine Woche früher statt als in den vergangenen Jahren, um das Fest gemeinsam mit den Städtepartnern zu feiern, die an diesem Wochenende ihren Besuch angekündigt hatten.

Im Vorfeld hatten die Coex Veranstaltungs GmbH als durchführender Veranstalter und die Stadt Burg sich auf diesen Termin geeinigt und keine erheblichen Schwierigkeiten mit konkurrierenden Veranstaltungen gesehen,so Coex-Geschäftsführer Eberhard Heieck gegenüber der Volksstimme. Doch erwiesen sich unter anderen der Havelberger Pferdemarkt und das Fischerfest in Wüstenjerichow als Publikumsmagnet und kosteten den Veranstaltern in Burg Gäste und somit auch die notwendigen Umsätze. Die Besucherströme teilen sich auf, sagte Heieck.

Höhenfeuerwerk war ein Höhepunkt

Das Höhenfeuerwerk über der Stadt am Sonnabendabend war dann wieder ein Anziehungspunkt für viele Gäste. Mit einem zünftigen Frühschoppen und einem bunten Kinderprogramm startete das 16. Burger Rolandfest am Sonntag in seine letzte Phase. Neben den Prostatalern und dem Komiker-Duo „Die Hampels“ sorgte der Tanzclub Vilando für ausgelassene Stimmung. Begeistert wurde der Stargast am Nachmittag von den Besuchern begrüßt: Sängerin Linda Hesse hatte nicht nur ihre bekannten Hits mitgebracht, sondern präsentierte auch Songs aus ihrer neuen CD „Hör auf dein Herz“. Die gebürtige Halberstädterin mit Wohnsitz in Berlin heizte dem Burger Publikum bei kühlen Temperaturen gehörig ein. Nach mehreren Zugaben bedankten sich die Gäste mit reichlich Applaus.

Volksstimme-Leser Manfred Skreip zog unterm Strich ein Resümee, das zahlreiche Burger teilten: „Es war schon einmal besser.“

Schon deshalb müssten die Festtage noch einmal gründlich ausgewertet werden, sagte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) auf der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend. „Obwohl es auch gut besuchte Veranstaltungspunkte gab, überwiegt ein kritischer Tenor. Dieser Tatsache müssen wir uns stellen, um das Niveau des Festes wieder zu verbessern.“ Rehbaum kündigte an, dass zwischen Verwaltung und Veranstalter intensiv geredet werden müsse. Auch der neue Kultur- und Tourismusmanager Steffen Voigt sieht „Entwicklungspotenzial“.