Menz l „Vor 25 Jahren gab es in Lübs, Menz und Wahlitz kein Abwassernetz. Jeder hatte nur seine Grube“, erinnert sich Heiner Wolter. Nur teilweise gab es Hauswasserversorgung, viele hatten aber auch noch einen Brunnen oder eine Handpumpe auf dem Hof.

Kurz vor der Wende machte man sich dann auf, Einrichtungen wie Altenheim und Kindergarten in Wahlitz an das öffentliche Wassernetz anzuschließen. Als die Wende kam, sollten diese Bemühungen rasant weitergeführt werden. Das waren im Grunde die Anfänge des Trink- und Abwasserzweckverband Wahlitz-Menz-Gübs (TAWZ).

Anfangs drehte sich alles nur ums Abwasser, als am 7. November 1990 die Gemeindedirektoren aus Wahlitz und Gübs und der Bürgermeister aus Menz für den Verband soweit den Weg geebnet hatten, dass es losgehen konnte.

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Im Mai 1991 wurden in Wahlitz dann die ersten neuen Schmutzwasserleitungen gelegt. Noch im gleichen Jahr wurden zahlreiche Bauprojekte angeschoben, das größte darunter: die Teichkläranlage in Menz. Der Spatenstich wurde noch 1991 gesetzt.

„Uns wurde schnell klar, dass es wirtschaftlicher ist, nicht nur Schmutzwasserentsorgung, sondern auch Trinkwasserversorgung anzubieten“, erinnert sich Heiner Wolter, der die Geschäftsführung übernahm und sie bis heute inne hat. 1991 entschloss man sich also das Angebot aufzuwerten und das Trinkwasser dazu zu nehmen. Nach nur zwei Jahren und 1,27 Millionen DM Investitionen war die Teichkläranlage fertig und auch der Ausbau des Netzes entwickelte sich rasant. „Teilweise wurden 40 neue Eigenheime in einem Jahr angeschlossen“, weiß Wolter noch. Das war und ist eine enorme Zahl.

Bewährungsprobe

Eine Bewährungsprobe der besonderen Art hatte der Verband 1996 zu bestehen. Ein enorm kalter Winter ließ Teile der Leitungen des Netzes des TAWZ gefrieren. „In unserem Verbandsgebiet waren zeitweise 44 Haushalte ohne Wasser, zwei Hauptleitungen wurden zerstört. Unsere Mitarbeiter versorgten in dieser Zeit die betroffenen Bürger mit Wasser aus Kanistern und lieferten bis an die Haustür“, erinnert sich Wolter – mittlerweile mit einem Lächeln.

Ebenfalls ein Ausnahmezustand ereilte den TAWZ 2002. Als beim Hochwasser das Siel in Heyrothsberge brach und Gübs, Klein Gübs, Teile von Menz und die Kläranlage überfluteten, wurden immense Schäden angerichtet. In den betroffenen Ortschaften waren die Straßen und damit das Kanalnetz völlig überflutet.

„Um das Kanalnetz wieder in Betrieb zu nehmen, musste es ausgesaugt und gereinigt werden. Dabei unterstützten uns damals befreundete Verbände aus Oschersleben und Wanzleben kostenlos mit Personal und Technik. Nach nur vier Tagen war das Gübser Netz wieder 100-prozentig einsatzbereit, in Klein Gübs dauerte es durch den hohen Grundwasserstand etwas länger“, erzählt Heiner Wolter.

Es gibt viele kleine und große Geschichten aus 25 Jahren TAWZ zu erzählen. Die aktiven und schon ehemaligen Verbandsmitglieder werden sich an einige erinnern. Ein Jubiläum wie dieses lädt dazu ein, zusammenzukommen, zu erzählen, aber nicht nur in der Vergangenheit zu schwelgen, sondern auch nach vorne zu schauen, was die Zukunft bringen kann. In jedem Fall hat der kleine Trink-und Abwasserverband viel auf der Habenseite zu bieten. Denn den TAWZ Wahlitz-Menz-Gübs unterscheidet grundsätlich erst einmal die Größe von anderen Wasserver- und Abwasserentsorgern. Denn im Vergleich zu anderen Verbänden betreut der TAWZ nur drei Orte: Menz, Wahlitz und Gübs. Was die Betreuung in jedem Fall persönlicher macht.

Daneben ist es auch der Preis, der „eben stimmt“, wie Wolter sagt und auch die Leistungen, die der Verband bietet. Außerdem werden Wasser und Abwasser aus einer Hand betreut und jährlich werden 20 Prozent des Kanalnetzes des Verbandes gereinigt und inspiziert. „Das ist längst nicht so bei allen Aufgabenträgern“, weiß Wolter. Auch hier ist die Größe entscheidend. Und das Wichtigste nicht zu vergessen: der TAWZ liefert eins der besten Wasser Deutschlands. Denn das Wasser aus der Colbitz-Letzlinger Heide hat super Werte. Mit diesem Angebot besteht der Verband nun seit 25 Jahren. Dabei war vor 25 Jahren nicht einmal ansatzweise an solche Leistungsstandards zu denken. Das das ein Grund zum Feiern ist, sahen auch die Verbandsmitglieder so. Im November wurde ein kleiner „Betriebsausflug“ organisiert in das Wasserwerk nach Colbitz. Es kann schließlich nie schaden, selbst noch einmal zu sehen, wo das Wasser herkommt, was man verwaltet.