Parchau l Ein Bagger leistet auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage Parchau am Rande des Dorfes in diesen Tagen ganze Arbeit. Das ehemalige Betriebsgelände wird zurückgebaut. Auch deshalb, weil die Anlage nicht mehr benötigt wird. „Das Vorhaben war schon lange ein Wunsch der Ortschaft“, sagt Wasserverbands-Geschäftsführer Mario Schmidt. Jetzt ergab sich die Möglichkeit im Rahmen des Ausbaus der Burger Wasserstraße (Bundesstraße 1), der am 11. April beginnt. Weil in Vorbereitung dieses Straßenbauprojektes auch Bäume, Hecken und Sträucher entfernt werden mussten, ist der Abriss in Parchau ein Teil der so genannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die vorgeschrieben sind. Die Kosten in Höhe von rund 45 000 Euro werden unter den Auftraggebern geteilt.

Wenn die schwere Bautechnik abrückt und alle Entsiegelungen erledigt sind, wird der Natur ein Stück Fläche zurückgegeben. „Das Gelände wird komplett begrünt. Es soll als Streuobstwiese dienen“, erläutert Ingrid Kirmse vom zuständigen Burger Ingenieurbüro Spiegler. Vorgesehen ist in diesem Zusammenhang, die Umrandung der beiden Becken um einen Meter zu entfernen. Sie sollen nämlich als Rückzugsgebiet für verschiedenste Amphibien erhalten bleiben, wobei sich der Wasserstand durch das anfallende Regenwasser reguliert. „Zum Rückbau der Anlage gehört auch die Entsorgung des stehenden Abwassers und Klärschlammes“, erläutert Kirmse.

Insgesamt müssen etwa 290 Meter Drahtzaun entfernt und 660 Kubikmeter Beton oder Stahlbeton gebrochen und entsorgt werden – von Betriebsgebäude, Schacht, Hebestelle, Tiefschachtanlage, Nachklärbecken und Klärbecken. Hinzu kommen 2000 Kubikmeter Oberfläche und die Rodung von 150 Kubikmeter Buschwerk.

Die Kläranlage Parchau wurde 1987 gebaut und ging 1988 in Betrieb. Zuerst wurden nur einige Anschlüsse in Parchau, danach die gesamte Ortschaft einschließlich des Naherholungsgebietes darüber entsorgt. 1990 kam auch Ihleburg dazu.

Dabei handelt es sich um eine Tiefschachtanlage, bei der das grob vorgereinigte Abwasser durch Absetzbecken mit einer entsprechenden Menge Rücklaufschlamm in einen 70 Meter tiefen Schacht gestürzt wurde. „Das Projekt war seinerzeit ein Vorzeigemodell“, erinnert Schmidt.

Beim Sturz sollte sich das Schlamm-Wasser-Gemisch über einen Injektor mit Sauerstoff anreichern. „Letztlich musste festgestellt werden, dass es eher schlecht als recht funktionierte. Die vorgeschriebenen Grenzwerte wurden nicht erreicht.“

Die Kläranlage ging 1999 mit der Inbetriebnahme des Hauptpumpwerkes Parchau Richtung Kläranlage Blumenthal außer Betrieb.