Burg  l Die im Bundesverkehrswegeplan 2030 in neuer Streckenführung vorgesehene Ortsumgehung Burg (B 1n) steht heute unter anderem auf der Tagesordnung des Burger Stadtrates, der um 18 Uhr in der Stadthalle zusammenkommt.

Im Vorfeld hat die Volksstimme ihre Leser gefragt, was diese von dem Vorhaben halten, den Fernverkehr über eine Neubaustrecke an Burg und Reesen vorbei zu leiten.

Wie nicht anders zu erwarten, regt sich Widerstand in der Siedlung Ost, im Ihletal und in Gütter, denn dort würde die Lärm- und Abgasbelastung zunehmen, wenn die geplante B 1n realisiert wird. „Bei der jetzt favorisierten Variante geht die Trasse dicht am jetzigen Standort des Windrades vorbei. Damit steht fest, dass die gesamte Ortschaft Gütter einer erheblichen Lärmbelästigung ausgesetzt sein würde“, so Ronald Kleinsorge.

Frank Heisinger findet das ganze Straßenprojekt überflüssig. „Es werden unnötig Flächen versiegelt, und für die Burger bringt die Straße gar nichts. Es würde nur jede Menge Lärmbetroffene geben.“

„Es ist doch Schönfärberei, wenn man erklärt, 6000 Menschen werden vom Lärm entlastet und nur 50 belastet“, findet Gerald Hüttner. Auch stellt er die Frage, ob diese Investition von über 30 Millionen Euro volkswirtschaftlich Sinn macht und führt Schermen als negatives Beispiel an, das seit Fertigstellung der Ortsumgehung völlig abgeschnitten sei. „Das könnte auch mit Reesen passieren.“

Die B 1n schließt nach den aktuellen Planungen eine Umfahrung von Reesen ein. „Ich bin dagegen, weil der Ort damit tot gemacht wird“, sagt Heidi Mundhenke. Allerdings fordert sie für Reesen einen Fußgängerüberweg, damit man sicher über die B 1 kommt.

Anna Meier ist der Meinung, dass eine B 1n auch die Stadt Burg „einschlafen“ lassen würde. „Die wenigen Staus, die es gibt, sind allemal erträglich und für den einen oder anderen Unternehmer ein „Gewinn“. Die bereits vorhandenen Umgehungsstraßen, Conrad-Tack- Ring, Wasserstraße und auch die Zibbeklebener Straße, sind doch völlig ausreichend.“

Für eine Ortsumgehung von Burg und Reesen ist Oskar Hirte. „Jede größere Stadt hat bereits oder benötigt eine Ortsumgehung, denn der Güter-Fernverkehr auch auf Bundesstraßen wird immer mehr. Das kann man nicht wegdiskutieren. Die einzigen, die Verlust haben werden, sind die Tankstellen an der heutigen B 1 im Burger Stadtgebiet.“

Über eine B 1 n freuen würden sich auch Brunhilde und Bernd Endert aus Burg, die an der Wasserstraße einen Garten haben, in der Nähe des Kolks. „Es wäre herrlich, den Garten ohne den ständigen Lärm der Lkw und Motorradfahrer genießen zu können.“