Wörmlitz/Möckern l  Mit nur zwölf Anmeldungen würde die Mindesteingangsstärke unterschritten. Ein Ausnahmeantrag wurde gestellt, um die kleine Dorfschule erhalten zu können. Eigentlich sind für Grundschulen Klassenstärken von 15 Kindern nötig, im ländlichen Raum sollen es wenigstens 13 Kinder sein. Maßgebend ist hier die Verordnung zur Bildung von Anfangsklassen und zur Aufnahme an allgemein bildenden Schulen in Sachsen-Anhalt.

Bürgermeister geht von Genehmigung aus

Diese Zahl kann Wörmlitz nach heutigem Stand nicht halten. Bereits im Oktober 2015 hatte deswegen die Stadt Möckern als Träger der Grundschule reagiert und beim Landesschulamt einen Antrag auf Unterschreitung der Mindestjahrgangsstärke bei der Bildung der 1. Klasse im Schuljahr 2016/2017 gestellt, damit der Betrieb der Schule auch weiterhin möglich ist.

Bislang steht eine Antwort der zuständigen Behörde noch aus. „Wir gehen von einer Genehmigung aus“, gab sich Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly gestern auf Nachfrage optimistisch. Für diesen Optimismus stehen auch die Statistiken für die kommenden Schuljahre: „Die Prognosen sehen gut aus“, so der Stadtchef. Nach aktueller Entwicklung der Schülerzahlen, basierend auf den tatsächlichen Schülerzahlen 2015/2016, den Schulanmeldungen 2016/2017 und den Geburten für die Schuljahrgänge bis 2021/2022, können für die Grundschule von Wörmlitz für die kommenden Schuljahrgänge stabile Zügigkeitsrichtwert ermittelt werden: Ausreißer nach unten gibt es in nur zwei Jahrgängen, 20118/19 und 2019/20.

Angebot an Nachbargemeinden

Erst vor wenigen Jahren hatte die Stadt Möckern ihre vier Schuleinzugsbereiche neu zugeschnitten, um die Wörmlitzer Grundschule halten zu können. Zur Sicherung der Bestandsfähigkeit der Grundschule hatte man mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 den Einzugsbereich der Grundschule Wörmlitz um die Ortschaften Stegelitz, Tryppehna und Zeddenick erweitert – zu Lasten der Grundschule Schloss Möckern.

Hintergrund war, dass die Kinder aus Königsborn und Woltersdorf (Gemeinde Biederitz) und Nedlitz (Stadt Gommern) ab diesem Zeitpunkt in die Grundschule deren Gemeinden eingeschult wurden.

386 Schüler in Gründschulen

Allerdings ist inzwischen davon die Rede, dass nun in den Schulen Möser und Gommern der Platz knapp wird. Auf Nachfrage erklärte Frank von Holly, man würde, soweit möglich auch kostenfrei, die Grundschule Wörmlitz auch anderen Gemeinden öffnen.

In der Stadt Möckern besuchen laut Stadtverwaltung im Schuljahr 2015/2016 insgesamt 386 Schüler die Grundschule. Grundschulstandorte befinden sich in den Orten Grabow, Loburg, Möckern und Wörmlitz. Schüler aus Magdeburgerforth und Reesdorf sind dem Schuleinzugsbereich der Grundschule Tucheim (Stadt Genthin) zugeordnet. Kinder der Ortschaft Reesen (Stadt Burg) besuchen die Grundschule Grabow.

An den Grundschulstandorten der Stadt Möckern werden jeweils auch Hortangebote vorgehalten. Hinzu kommen in der Stadt Möckern zwölf Kindertagesstätte.