Wohnen in Burg

30 barrierearme Wohungen und ein neuer Farbtupfer in der Burger Innenstadt

Die Sanierung von 30 barrierearmen Wohnungen in der Martin-Luther-Straße steht vor dem Abschluss. Die Burger Wohnungsbaugenossenschaft hat in das Projekt rund vier Millionen Euro investiert.

Von Mario Kraus
Das sanierte  Gebäude der Martin-Luther-Straße 64 bis 66 in Burg ist mit der dunkelroten Wärmedämmung ein Hingucker in diesem Viertel. 30 Wohnungen wurden hier barrierearm umgebaut.
Das sanierte Gebäude der Martin-Luther-Straße 64 bis 66 in Burg ist mit der dunkelroten Wärmedämmung ein Hingucker in diesem Viertel. 30 Wohnungen wurden hier barrierearm umgebaut. Fotos (2): Mario Kraus

Burg - Wer durch die Martin-Luther-Straße fährt, dessen Blick bleibt unweigerlich an dem Block zwischen den Eingängen 64 und 66 haften. Die dunkelrote Fassade sticht nicht nur hervor, sie verleiht dem ganzen Wohngebiet mit den ehemaligen Neubaublöcken der 1970er Jahre einen ganz besonderen Farbtupfer. „Ja, das hat was. Das höre ich immer wieder“, sagt Heino Näth, Vorstand der Burger Wohnungsbaugenossenschaft (BWG), mit einer gewissen Zufriedenheit. 30 Wohnungen sind seit Februar dieses Jahres in diesen drei Eingängen von Grund auf saniert worden. „Und zwar so, dass keine alte Leitung mehr vorhanden ist. Alles ist heute auf den neuesten Stand“, so Näth. Rund vier Millionen Euro hat die BWG in das Vorhaben gesteckt – und damit nach eigenen Angaben gezeigt, dass auch ein ehemaliger Plattenbau so barrierearm modernisiert werden könne, dass er den Anforderungen an zeitgemäße Wohnungen mit allem Komfort genüge, ergänzt BWG-Vorstand Annette Janocha. Ob mit optimalem Zuschnitt, Balkonen, großen Bädern oder einem Aufzug. Dessen Einbau sorgte dafür, dass sich auf der einen Seite des Eingangs jeweils die Zwei-Raum-Wohnungen und auf der anderen die anderen die Drei-Raum-Wohnungen befinden. Allesamt sind sie bereits vergeben. „Die Nachfrage war schon während der Bauarbeiten groß. Viele Ältere streben aus vielerlei Gründen noch einmal eine Veränderung an“, sagt Lutz Roenspieß, zuständiger Mitarbeiter der BWG. Zudem wird auch das Außengelände des Blocks mit 18 Stellflächen, davon vier für Elektro-Ladesäulen, neu gestaltet. 

Während im Gebäude die letzten Bauarbeiten über die Bühne gehen, ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit 64 Modulen bereits fertig montiert. Die BWG hat sich dabei in Kooperation mit den Stadtwerken für das Mieterstrommodell entschieden und will das Projekt „Sonnen-Burg“ fortführen, das sich beispielsweise auch in der Holzstraße, Johann-Mühlpfort-Straße oder Wilhelm-Kuhr-Straße im Norden der Stadt bewährt habe. „Auf diese Weise wollen wir den Weg der klimaschonenden Energieversorgung weiter beschreiten“, so Näth. Die Anlage liefert Strom von 21,74 Kilowattpike (kWp). Als eine Art Feldtest wurde erstmals ein Batteriespeicher eingebaut, der 5,12 kWp umfasst, sagt Stadtwerke-Vertriebsleiter Günther Peter. Der finanzielle Vorteil: Die Mieter zahlen so 4,2 Cent pro Kilowattstunde weniger. 

Die BWG-Sanierung ist zudem der Auftakt für die Um- und Neugestaltung eines ganzen Quartiers. An der Ecke Gartenstraße/Lutherstraße wird in wenigen Tagen der Grundstein für einen millionenschweren Wohnungsneubau gelegt. Die Tiefbauarbeiten dafür haben bereits begonnen. Und auch der Neubau des Edeka-Neukaufes zugunsten einer künftigen Verkaufsfläche von 1900 Quadratmetern soll das Viertel aufwerten. „Die Stadtmitte wird durch die angeschobenen Investitionen auch durch die Nähe zu Bahnhof und Goethepark noch attraktiver als Wohnort“, sagt der städtische Bauausschussvorsitzende Clemens Engel (CDU).