Burg l Die Freifläche gegenüber der Helios-Klinik in der August-Bebel-Straße in Burg wird weiter bebaut. Nachdem vor drei Jahren neben der DRK-Kindertagesstätte „Bambi“ ein Einfamilienhaus errichtet wurde, soll in Kürze direkt gegenüber dem Krankenhaus der Grundstein für eine Augenarztpraxis gelegt werden. Dafür wird ein Areal von rund insgesamt 3000 Quadratmetern beansprucht. Bauherrin ist Dr. Simone Tuchen. Die Fachärztin für Augenheilkunde will künftig in eigenen Räumen praktizieren und verlegt quasi ihre Praxis vom Ärztehaus der Helios-Klinik auf die andere Straßenseite. Die Entscheidung für den Neubau sei nach und nach gereift, sagt Dr. Tuchen. Zwei Gründe seien besonders wichtig gewesen: Zum einen die steigende Zahl von Patienten aus dem gesamten Jerichower Land, zum anderen das umfangreiche Behandlungsspektrum auch im operativen Bereich. Die Praxis mit drei Ärzten und sieben Fachangestellten bietet ein breites Leistungsangebot der konservativen und operativen Augenheilkunde. Dies schließt auch mehrere Lasertherapien mit ein. In dem Operationsaal führt Dr. Simone Tuchen unter anderem Medikamenteninjektionen in das Auge und auch die Operation des Grauen Stars (Kataraktoperation) durch. Stehen bisher im 1913 erbauten Stammhaus der Helios-Klinik rund 320 Quadratmeter zur Verfügung, werden es künftig etwa 650 Quadratmeter sein, die barrierefrei errichtet werden. „Damit sind wir auch im Interesse der Patienten gut aufgestellt, können die Abläufe weiter optimieren und die operativen Möglichkeiten anpassen. Außerdem streben wir kürzere Wartezeiten an“, so Dr. Tuchen. Hinzu kämen ausreichend Parkmöglichkeiten.

Mehr Platzbedarf

Dr. Simone Tuchen praktiziert seit Oktober 2015 in der Kreisstadt, nachdem sie sich in Form einer Sonderzulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) niederlassen konnte. Ausschlaggebend dafür seien unter anderem das breite Spektrum der diagnostischen und operativen Möglichkeiten gewesen. Die ehemalige chirurgische Station in der heutigen Helios-Klinik war dafür geeignet. „Binnen acht Wochen hatte es das Krankenhaus geschafft, die Räume zweckentsprechend herzurichten. Das war eine große Leistung“, blickt die Medizinerin zurück.

Ausreichend Augenärzte

Im Landkreis mit rund 91 000 Einwohnern praktizieren derzeit sieben Augenärzte. Die Kassenärztliche Vereinigung in Sachsen-Anhalt geht im Jerichower Land von einer „angemessenen Versorgung“ aus, wenn auf knapp 16 800 Einwohner ein Augenarzt entfällt, teilte Pressesprecher Bernd Franke auf Nachfrage der Volksstimme mit. Zwischen Jerichow und Loburg ist quasi ein Augenarzt für rund 13 000 Bürger zuständig. Damit werde ein günstigeres Versorgungsniveau erreicht als in den Regelungen zur Bedarfsplanung vorgegeben, so Franke.

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Für die Stadtentwicklung ist die Bebauung des Geländes mit Blick ins Grüne auch von Vorteil. Immerhin stünden auf der dortigen Gesamtfläche bis zur Pappelreihe im Norden noch etwa 8000 Quadratmeter zur Verfügung, sagt Bärbel Michael, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Burg. Sie schätzt vor allem die Lage in Nachbarschaft der Kita, „die für junge Familien vorteilhaft ist, die gute Anbindung zur Innenstadt und ins Grüne. Wir stehen mit mehreren Interessenten, die ein Grundstück erwerben möchten, im Gespräch.“ Auch die Stadtverwaltung sieht in diesem westlichen Teil von Burg noch Entwicklungspotenzial. „Die Nachfrage nach Bauland ist groß“, betont Pressesprecher Bernhard Ruth. Um weitere Möglichkeiten auszuschöpfen, führt die Stadt auch Gespräche mit dem Kreisverband der Gartenfreunde. Ziel ist es, leer stehende Parzellen in den kommenden Jahren als Bauland umzuwandeln.

Auf der Fläche am Krankenhaus standen bis vor zehn Jahren zwei Wohnblocks der Wobau mit 140 Wohnungen, die dann im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost abgerissen wurden, um dem hohen Leerstand in der Stadt entgegenzuwirken.