Bürgermeister Dr. Hans-Horst Borg: Thematik wird seit 2009 erörtert / Appell an Gemeindevertreter überflüssig

Auch Schartauer Ortschaftsrat gegen Herabstufung der Stietzelstraße

Die geplante Herabstufung der Stietzelstraße sorgt für Unmut in Schartau - mit Forderungen an den Ortschaftsrat, zu handeln. Volksstimme-Redakteur Mario Kraus sprach dazu mit Ortsbürgermeister Dr. Hans-Horst Borg.

Volksstimme: Anlieger wehren sich gegen das Vorhaben, die Straße herabzustufen. Wie steht der Ortschaftsrat dazu?

Dr. Borg: Der Schartauer Ortschaftsrat und ich als Ortsbürgermeister haben sich bislang stets gegen eine Herabstufung bzw. Umwidmung der Stietzelstraße von einer Kreis- zur Gemeindestraße ausgesprochen. Die Thematik Stietzelstraße ist bereits mehrfach seit 2009 Thema in den öffentlichen Sitzungen des Ortschaftsrates gewesen. Unerwähnt im Presseartikel bleibt, dass bereits im Zuge des noch andauernden grundhaften Ausbaus der Schartauer Hauptstraße, die ebenfalls eine Kreisstraße ist, ein Abschnitt der Stietzelstraße bis zur Einmündung Alte Lindenstraße grundhaft saniert werden konnte. Dies ist dem Engagement aller beteiligten öffentlichen Stellen zu verdanken. Eines Appells an Ortsbürgermeister und Ortschaftsrat, "ihre Pflicht als Volksvertreter wahrzunehmen und die Anwohner zu informieren und zu unterstützen", bedurfte es daher nicht.

Volksstimme: Die Anwohner verlangen auch einen gewissen zeitlichen Druck, damit nicht plötzlich Tatsachen geschaffen werden.

Dr. Borg: Erinnert werden darf daran, dass während des Hochwassers im vergangenen Monat Ortsbürgermeister und Mitglieder des Ortschaftsrates im örtlichen Krisenstab eingesetzt waren, der insgesamt rund 600 Einsatzstunden zum Wohle der örtlichen Gemeinschaft verrichtet hat. Dass die Verteidigung der Ortschaft vor dem Hochwasser in dieser Zeit Priorität hatte und andere Themen nachgelagert waren, versteht sich von selbst. Aufgrund der Ferienzeit und urlaubsbedingter Abwesenheit von Entscheidungsträgern wird die nächste reguläre Sitzung des Ortschaftsrates Schartau am 3. September stattfinden. Herr Uwe Peters als Initiator der Bürgerinitiative konnte bedauerlicherweise bislang noch zu keiner öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates seit 2009 begrüßt werden.

Volksstimme: Bürgerinitiativen sind - insgesamt gesehen - auch ein Zeichen von Engagement in der Kommunalpolitik.

Dr. Borg: Ja. Festzustellen bleibt aber, dass alle gewonnen hätten, wenn Interessen der Gemeinschaft so nachdrücklich vertreten werden würden wie Anlieger ihre Einzelinteressen in den Vordergrund stellen. Zuletzt noch ein Hinweis: Im nächsten Jahr finden Kommunalwahlen statt. Auch ein neuer Ortschaftsrat wird gewählt. Gesucht werden Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine ehrenamtliche Tätigkeit, die in ihrer Freizeit bei geringem öffentlichen Ansehen und Respekt die Belange der Allgemeinheit vor Einzelinteressen stellen können. Herr Peters ist herzlich eingeladen, sich in gewählten kommunalen Gremien zu engagieren.