Gommern l Als der Stadtrat im Juni die Projekte beschließen sollte, die bis zum Jahr 2027 über das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ (früher „Kleine Städte und Gemeinden“) verwirklicht werden sollen, wurde bei den Vorberatungen in den Ausschüssen vor allem über den Vorschlag, Gebäude im Schwarzen Weg abzureissen, und das Gelände am Volkshaus aufzuwerten, umfangreich diskutiert. Auf letzteres legte der Stadtrat schließlich den Fokus.

Kaum eine Silbe wurde in den öffentlichen Diskussionen jedoch dem Punkt „Magdeburger Straße 26“ gewidmet. Hinter der Adresse verbirgt sich ein erneuerter Versuch der Stadt, einen geeigneten Standort für das Stadtarchiv zu finden. Die Suche zieht sich inzwischen seit einigen Jahren hin.

Lösungen waren zunächst schwer zu finden

Zuletzt hatte es Überlegungen gegeben, das Stadtarchiv in der Hagenstraße in der ehemaligen Getreidemühle unterzubringen. Das Vorhaben ließ sich jedoch nicht verwirklichen, weil die Bausubstanz zu marode ist. Andere Gedankenspiele, dem Stadtarchiv einen Standort beim Rathauskomplex 2 zuzuweisen, mussten ebenfalls aufgegeben werden. Diese Lösung hätte die Einheitsgemeinde finanziell nicht stemmen können.

Das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ bietet nun eine neue Möglichkeit, dem Stadtarchiv endlich einen passenden Standort zu verschaffen.

Von Seiten des Landkreises Jerichower Land gibt es kein Interesse an dem direkt an die Europaschule Gymnasium Gommern grenzenden Gebäude, das schon zu Unterrichtszwecke genutzt wurde. „Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass nach Abschluss der beiden Bauabschnitte mit Blick auf die bekannten Schülerzahlen ein ausreichendes Spektrum neu gestalteter und gut dimensionierter Unterrichtsräume zur Verfügung steht“, teilte Kreissprecherin Claudia Hopf-Koßmann auf Nachfrage der Volksstimme mit.

Steigende Schülerzahlen wahrscheinlich

Mittelfristig sei an der Europaschule in Gommern mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen. „Sollte es hier zu Anstiegen kommen, die weitere Raumkapazitäten erfordern, wird die Verwaltung als Schulträger agieren und entsprechende Lösungen finden“, setzte Claudia Hopf-Koßmann hinzu.

Auf der Liste der Vorhaben zu stehen, ist keine Garantie, dass die Massnahme auch realisiert wird. Voraussetzung sind immer die Fördermittel und die Fähigkeit der Stadt, ihre Eigenmittel zur Gegenfinanzierung aufzubringen.