Burg l Das Ministerium für Inneres und Sport hat den Landkreisen den Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Kommunal-Entschädigungsverordnung übersandt, in dem das Land eine allgemeine Anhebung der Höchstbeträge für den Bereich Brand- und Katastrophenschutz regelt. Darüber informiert der Landkreis Jerichower Land in einer Pressemitteilung. Danach hätten der Landkreis und die Gemeinden nunmehr die Möglichkeit, aus ihren finanziellen Mitteln das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder in den Freiwilligen Feuerwehren angemessener zu honorieren.

Vor diesem Hintergrund beabsichtigt der Landkreis Jerichower Land seine Aufwandsentschädigungssatzung schnellstmöglich anzupassen und so zur Stärkung des Ehrenamtes beizutragen: „Die Intensität der Aufgaben im Brandschutz ist in den letzten Jahren merklich gestiegen. Wir wollen diese besondere ehrenamtliche Leistung auch entsprechend würdigen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Kameradinnen und Kameraden mehr Anerkennung erfahren und dem Kreistag höhere Aufwandsentschädigungen vorschlagen“, wird Landrat Steffen Burchhardt (SPD) in der Pressemitteilung zitiert.

Zehn Euro pro Stunde

Des Weiteren enthält die Verordnung Regelungen zur Aufwandsentschädigung für Kreisausbilder, Sanitäter und Helfer in der Aus- und Fortbildung. Derzeit existiert eine Erlassregelung, nach der diese Aufgabe sowohl im Ehrenamt als auch auf Honorarbasis wahrgenommen werden kann.

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Nach der Neubewertung für die ehrenamtliche Wahrnehmung könne der Landkreis nunmehr den Kreisausbildern eine anlassbezogene zeitabhängige Aufwandsentschädigung von zehn Euro pro Stunde zahlen.

Pauschale von bis zu 40 Euro monatlich

Kreisausbilder können zudem eine Pauschale von bis zu 40 Euro monatlich und Ausbildungshelfer eine anlassbezogene Aufwandsentschädigung in Höhe von acht Euro pro Stunde erhalten. Auch Ausbildungshelfern kann ergänzend eine monatliche Pauschale gewährt werden.

Für Kreisbrandmeister Walter Metscher ist die Initiative aus Magdeburg ein „verspätetes Weihnachtsgeschenk“. „Das Innenministerium ist nun den ersten Schritt in die richtige Richtung gegangen, wie wir es schon seit Monaten gefordert haben“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Das nehme Druck und verhindere Probleme beim Abrechnen.

Kommunen sollen in Feuerwehren investieren

Er lobte die Reaktion des Landrates, der sich wieder einmal für das Ehrenamt eingesetzt und seine Wertschätzung gezeigt habe.

Für Metscher ist allerdings noch ein weiterer Schritt notwendig. „Die Feuerschutzsteuer sollte zu 100 Prozent an die Kommunen gehen“, forderte er. Ein großer Teil verbleibe derzeit beim Land. Sinnvoller wäre es, mit diesem Geld Kommunen zu ermöglichen, in die Feuerwehren zu investieren und somit auch das Ehrenamt zu stärken.