Loburg l In der Kategorie „Brände“ wurde das Loburger Unternehmen für den Himbeer-Tropfen ausgezeichnet. Die Jury lobte den „wunderbar milden und klaren Obstgeist mit dem vollmundigen Geschmack aus erntefrischen Himbeeren von regionalen Obstbauern“ .

Die Auszeichnung in Form einer Tafel und Urkunde überreichte am Dienstagnachmittag AMG-Projektleiterin Christine Braunert. Auf eine festliche Übergabe im Kreise aller beteiligten Unternehmen musste wegen der Corona-Pandemie verzichtet werden. Die besonderen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatten auch vor dem Wettbewerb „Kulinarisches Sachsen-Anhalt“ nicht Halt gemacht. So musste die Jurysitzung von Anfang April auf Mitte Mai verschoben werden.

Erst zweites Mal mit beim Wettbewerb dabei

Die Brennerei Kullmann ist seit über 20 Jahren Mitglied in der Agrarmarketinggesellschaft, sie hatte sich erst zum zweiten Mal an dem Wettbewerb „Kulinarisches Sachsen-Anhalt“ beteiligt.

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Den nun ausgezeichneten Himbeergeist hat die Loburger Brennerei schon länger im Programm, sagt Alf Kullmann. Aber die jetzt preisgekrönte Charge ist die erste, die in der neuen Anlage der Schaubrennerei in Loburg hergestellt worden ist. „Diese Charge ist noch aromatischer“, ist Alf Kullmann überzeugt. Die Himbeeren kommen von einem Zulieferer aus Mecklenburg-Vorpommern. 48 Stunden werden die gefrosteten Beeren in Alkohol eingelegt und dort aufgetaut. Danach geht es in die Destillationsanlage. Gut 2000 Flaschen wurden abgefüllt, noch sind sie in der Schaubrennerei zu haben.

Desinfektionsmittel als Retter in der Not

Wegen des Corona-Lockdowns hatte auch die Schaubrennerei mit ihrem Verkaufsraum im März die Türen schließen müssen. Allerdings erwies sich der deutschlandweite Mangel an Desinfektionsmittel für das Brennereiunternehmen als Retter in der Not. „Der Verkauf von Rohalkohol an die Apotheken war ein gutes Zwischengeschäft, als die Hofläden nicht geöffnet waren“, sagt Senior-Chef Erich Kullmann. Apotheker und Klinikmitarbeiter deckten sich in der Brennerei mit Rohalkohol als Grundlage für Desinfektionsmittel ein. „Diese vier Wochen waren unser Glück. Als dann die großen Unternehmen wieder liefern konnten, war bei uns damit Schluss“, so Erich Kullmann.

Inzwischen hat das Geschäft am Münchentor in Loburg nach sechs Wochen Lockdown – wieder geöffnet. Familie Kullmann ist dankbar, dass die Kunden ihnen die Treue gehalten haben. Der Umsatz sei jetzt wieder mit dem Vorjahresmonat zu vergleichen.

Keine Verkostungen wegen Corona

Die Kunden kommen wieder und können stöbern. Doch es hat sich etwas geändert: „Die Kunden kommen, kaufen, und gehen wieder. Es wird schneller gekauft und weniger gestöbert“, so Kullmann Senior. Natürlich gelten auch im Geschäft die Abstands- und Hygieneregeln inklusive Maskenpflicht. Die beliebten Brennerei-Führungen und Verkostungen sind wegen der Corona-Pandemie derzeit ausgesetzt.

Erich Kullmann und sein Sohn Alf führen führen seit 1990 die Brennerei in Loburg, Hauptsitz des Unternehmens ist Reppinchen bei Wiesenburg. In den Regalen finden sich Klasiker mit Bezug zur Region, wie etwa der „Storchenbiss“ oder der „Laurentiustropfen“. Auch fünf verschiedene Sorten Gin hat die Loburger Brennerei im Angebot.

Ideen für neue Spirituosen

Schon tüfteln die „Kullmänner“ wieder an neuen feingeistigen Spirituosen. In Planung ist ein Gin mit Fichtenaroma. Allzuviel möchten Erich und Alf Kullmann nicht verraten, auch der Name des Fichten-Gins ist noch geheim. Im September vermutlich soll das Getränk zu haben sein.