Fakten zur Brücke

Erbaut 1997 mit drei Stützen im Zuge des dreispurigen Ausbaus der Bundesautobahn 2 im Verkehrsprojekt deutsche Einheit Nr. 11. Die Bauzeit betrug drei Jahre. Die A 2-Autobahnbrücke bei Hohenwarthe ist das längste Brückenbauwerk entlang der A 2. Die Gesamtlänge beträgt 1170 Meter. Über 330 Meter überspannt die Brücke die Elbe. Sie ist auf drei Stützen mit einer Stützweite von 93 Metern, 140 Metern und 93 Metern aufgebaut. Erste Mängel wurden 2013 festgestellt. Die tägliche Verkehrsbelastung wird mit 86 000 Pkw/pro Stunde angegeben. Lkw dürfen derzeit nur 60 km/h auf der Brücke fahren.

Hohenwarthe l Die A2-Autobahnbrücke über die Elbe bei Hohenwarthe ist gerade einmal 20 Jahre alt. Für ein solches Bauwerk ist das ein Fünftel seiner berechneten Lebensdauer. Und doch sind an den beiden Brückenteilbauwerken Schäden in großer Zahl entstanden, die niemand für möglich gehalten hatte. Risse in den Querträgern und Risse von bis zu 63 Zentimetern in den Stahlkonstruktionen, wurden schon 2014 nachgewiesen. Damit aber nicht genug. Gerade da, wo die Brücke am stabilsten sein müsste, in der Mitte der Nord- und Südbahn, treten diese Risse auf.

Fast 60 Schadstellen wurden 2014 bei einer Hauptuntersuchung festgestellt. Das geht aus der Volksstimme vorliegenden Unterlagen hervor, die in einer Fachtagung im Jahr 2016 in Kiel vorgestellt wurden.

Fehler beim Bau?

Natürlich wurden Sofortmaßnahmen eingeleitet, um Zeit zu gewinnen, das Problem in den Griff zu bekommen. Neben einer ständigen monatlichen Überwachung wurden Sofortinstandsetzungen der geschädigten Stellen durchgeführt. Dafür mussten die Brückenbauwerke im Dezember 2014 jeweils teilgesperrt werden. Der Erfolg war aber nicht von langer Dauer. Bereits 2015 wurden erneut Risse an den bereits reparierten Stellen festgestellt.

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Die schnelle Schadensentwicklung überraschte selbst die Fachleute, heißt es in dem Dokument. In Kiel kam der Experte zu dem Schluss, dass ein Fehler bei der Bauausführung vorliege, der die gelenkige Verformbarkeit zwischen den Hohlstegen und der Fahrbahnplatte behindert. Eingeschweißte und einbetonierte Stahlträger führten zu einer biegesteifen Verbindung und in der Folge zu Zwangsspannungen und Rissen – den jetzigen Problemen.

Risse gefährden Standsicherheit

Das war so nicht geplant, heißt es in dem Papier, in dem an zwei Stellen die Standsicherheit des gesamten Brückenbauwerkes infrage gestellt wird. „Eine Ausbreitung der Risse [...] würde die Standsicherheit des Bauwerkes aber erheblich beeinträchtigen können“, heißt es weiter. „Auch von diesen Rissen kann eine unmittelbare Gefahr für die Standsicherheit des Gesamtbauwerkes ausgehen.“

Wohl auch deshalb plant die Landesstraßenbaubehörde derzeit eine Pilotsanierung der Brücke. Diese könnte, wie in dem Fachvortrag vorgetragen, in einer Teilöffnung der Fahrbahnplatte geschehen, um zunächst einen Blick auf den verborgenen, inneren Teil der Brückenkonstruktion nehmen zu können.

Schaden im Inneren der Brücke

Bisher wisse niemand, wie das Schadensbild im Innern der Brücke aussieht, heißt es in dem Dokument. Als Lösung des Problems wird im Fachvortrag vorgeschlagen, die labilen Schweißnähte durch Schraubkonstruktionen zu ersetzen, die Quer- und Längskräfte ableiten können.

Auch bei dieser Pilotsanierung, deren Kosten, Anfang und Ende noch nicht bekannt sind, wird es wieder zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen wie in den Vorjahren kommen. Es hatte zahlreiche Staus und Unfälle, auch mit Toten und Verletzten, gegeben. Feuerwehren aus Orten entlang der A2 hatten zahlreiche brisante Einsätze zu bewältigen.

Keine Vollsperrung der A2

Für das Verkehrsministerium, für das „sich die Situation ganz anders darstellt“, erklärte Pressesprecher Peter Mennicke: „Die Brücke ist seinerzeit nach dem neuesten Stand der Ingenieurtechnik errichtet und seitdem regelmäßig unterhalten worden. Insofern sind die jetzt aufgetretenen Schäden nicht auf die Bauausführung und spätere Sanierungsarbeiten zurückzuführen.“ Zur Beseitigung der jetzt aufgetretenen Schäden habe es eine umfassende Schadensanalyse gegeben. Im Ergebnis sei ein Sanierungskonzept erarbeitet worden, „das im Sommer erprobt werden soll“.

Auf keinen Fall soll es eine Vollsperrung der A 2-Brücke geben, so Mennicke weiter. „Der Verkehr wird zu jeder Zeit auf mindestens zwei Spuren je Fahrtrichtung über die Brücke geführt.“