Burg l Weithin sichtbar ist der ehemalige DDR-Bau in der Martin-Luther-Straße eingerüstet. Die Entkernung des aus den 70er Jahren stammenden Gebäudes mit 30 Wohnungen ist inzwischen abgeschlossen. Während in den Eingängen 65 und 66 für die Vorarbeiten der Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen gebohrt und gestemmt wird und auch die meisten neuen Fenster eingesetzt sind, mühen sich Bauarbeiter auf dem Außengerüst und lösen Stück für Stück Teile von der Hauswand. „Die Fassade muss noch abgebaut werden, sie entspricht nicht mehr den gültigen Brandschutzrichtlinien und war ohnehin nicht fachgerecht angebracht“, erklärt Bauleiterin Manuela Schulz. Sie koordiniert die Arbeiten.

Im Inneren ist der Wandel von den typischen „Platte“ hin zu modernen, auch altersgerechten Wohnungen mit Balkonen aber am ehesten sichtbar. Schon deshalb, weil die Schächte für die jeweiligen Fahrstühle ins Auge fallen. „Auch das zählt heute zum modernen Standard, auf den viele Mieter nicht mehr verzichten wollen“, sagt Schulz. Und dass der Fahrstuhl in der jeweiligen Etage direkt vor der Wohnungstür endet, „ist ein besonders Stück Komfort“. Dafür mussten auch die Wohnraumgrößen neu konzipiert werden. Das heißt: Jeweils linkerhand von den drei Eingängen befinden sich jetzt die Drei-Raum-Wohnungen, rechts die etwas kleineren Zwei-Raum-Wohnungen, weil jeweils ein Zimmer für den Fahrstuhleinbau genutzt wird. Ein Nachteil für die künftigen Bewohner des Hauses sei damit aber nicht verbunden, sagt BWG-Vorstand Heino Näth. „Für viele unserer älteren Mieter genügen Zwei-Raum-Wohnungen vollkommen.“ Zugleich habe die Genossenschaft aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt und mit dem Konzept für die Luther-Straße wert auf größere Bäder gelegt, „die auch mit dem Rollator befahren werden können. Das ist oftmals wichtiger als große Küchen“, erklärt die Bauleiterin, die auf der gegenüberliegenden Südseite den versetzten Zuschnitt der Türen für Wohn- und Schlafzimmer als gelungen bezeichnet. Die sei ebenfalls ein Stück Modernität. Auch Heino Näth ist zufrieden mit dem Baufortschritt der 3,5 Millionen-Investition inmitten der Stadt. Nicht zuletzt deshalb, weil viele Firmen aus der Region gebunden werden konnten und es zu ihnen einen „kurzen Draht“ gibt. „Das erleichtert viele Absprachen.“ Darüber hinaus habe die BWG mit dem Vorhaben in Burg quasi den Punkt ihrer Mitglieder getroffen. „Die Nachfrage nach solchen Wohnungen reißt nicht ab. Für einen Großteil gibt es bereits Vormerkungen. Der Block wird in kürzester Zeit bezogen sein“, ist sich Näth sicher. Damit sich Interessierte oder künftige Mieter auch ein Bild machen können, soll in den kommenden Monaten eine Musterwohnung hergerichtet werden. Und auch an das Außengelände soll gedacht werden: „Es wird unter anderem so gestaltet, dass die Mieter über ausreichend Parkplätze verfügen“, ergänzt Schulz. Auch zwei Elektroladesäulen sind vorgesehen.

Einzug 2021 gestaffelt

Der Einzug wird laut Näth gestaffelt und damit auch geordneter vonstatten gehen. Für den Eingang Nummer 65 wahrscheinlich Mitte Januar 2021, für den Eingang 66 Anfang März und für den Eingang Anfang Mai.

Bilder

Nur einen Katzensprung entfernt steht die BWG mit dem nächsten Projekt in den Startlöchern: In der angrenzenden Gartenstraße werden 50 barrierearme Wohnungen nach neuesten Standards entstehen – ebenfalls mit Balkonen. Der Spatenstich dafür soll noch in diesem Jahr erfolgen.