Überblick über die Bauarbeiten und Veränderungen im Bahnverkehr

Was ändert sich?

Vom 3. bis 4. März: Inbetriebnahme neuer Gleise und Bahnsteige 6, 7 und 8. Die Gleise und Bahnsteige 1 bis 5 gehen für rund 15 Monate außer Betrieb

Wann genau ist gesperrt?

Für die Inbetriebnahme der neuen Anlagen fahren im Zeitraum 3. März, 0.30 Uhr, bis 4. März, 12.45 Uhr, keine Züge über den Hauptbahnhof.

Was heißt das für Reisende?

Für Reisende haben die DB und weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen einen Ersatzfahrplan vorbereitet und Busersatzverkehr organisiert. Die Fahrplanänderungen sind bereits in den Reiseauskünften enthalten. Während der Sperrung kümmern sich Kundenbetreuer und zwölf Reisendenlenker um die Reisenden und sind beim Umsteigen behilflich.

Wie läuft der Zugverkehr nach der Sperrung 3./4. März?

Ab 4. März 2018 (12.45 Uhr) bis zum 12. Mai 2019 steuern die Züge des Fern- und Nahverkehrs dann die neuen Bahnsteige 6 bis 9 und den Ersatzbahnsteig 13 des Magdeburger Hauptbahnhofs an. Der Zugang zum Ersatzbahnsteig 13 erfolgt weiter über den Konrad-Adenauer-Platz (Ausgang ZOB). Ausgewählte Fernzüge können baubedingt nur in Magdeburg-Buckau halten – Reisende steigen dort auf den Nahverkehr um.

Was wird gebaut?

Bis 12. Mai 2019 erfolgt:

• Neubau der Brücken über die Ernst-Reuter-Allee für die Gleise 1 bis 5 mit Treppen zu den Bahnsteigen 1/2 und 3/4

• Neubau der Gleise und Bahnsteige 1 bis 5 mit Einbau von Aufzügen im Personentunnel, Dachmodernisierung,

• Grundsanierung des gesamten Bahnhofstunnels und Empfangsgebäudes

Biederitz/Magdeburg/Genthin/Dessau l Bahnreisende, deren Routen über den Magdeburger Hauptbahnhof führen, müssen sich am Wochenende auf einige Komplikationen einstellen. Der Magdeburger Hauptbahnhof wird nämlich von Sonnabend, 0.30 Uhr, bis Sonntagnachmittag, 12.45 Uhr, komplett gesperrt.

1500 Züge von Sperrung betroffen

Grund dafür sind Modernisierungs-arbeiten an den Gleisanlagen und die Vorbereitungen für den Austausch der letzten drei unsanierten Eisenbahnbrücken. Insgesamt seien rund 1500 Züge von der Sperrung betroffen, teilte Erika Poschke-Frost von der Pressestelle der Bahn auf Volksstimme-Nachfrage mit.

Mehrere Bahnhöfe betroffen

Darüber hinaus zieht die Vollsperrung des Magdeburger Bahnhofes größere Kreise und wirkt sich auch auf umliegende Bahnhöfe, wie den in Biederitz, aus. Dieser ist einer der Ausweichbahnhöfe. Konkret heißt das: Alle Züge fahren trotz der Sperrung. Sie starten, halten und enden allerdings nicht im Magdeburger Hauptbahnhof, sondern in Ausweichbahnhöfen wie Buckau, Neustadt, Calbe, Schönebeck oder eben Biederitz.

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Auch die Busse des Schienenersatzverkehres fahren von diesen Bahnhöfen ab. In Biederitz finden die Reisenden die Bus-Haltestelle beispielsweise nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt (Bahnhofstraße). Am Sonnabend stehen 24 Busse und am Sonntag 19 Busse für die Fahrgäste bereit, so Erika Poschke-Frost.

Allerdings muss beachtet werden, dass das Mitnehmen von Fahrrädern in den Bussen nur eingeschränkt möglich ist, da hier Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen Vorrang haben.

Um trotz Schienenersatzverkehr und Fahrplanänderung möglichst problemlos zu reisen, empfiehlt die Bahn, dass sich die Reisenden vorher informieren. So können die Ersatzfahrpläne nicht nur vor Ort in den Aushängen, sondern auch unter www.bahn.de/reiseauskunft eingesehen werden. Auch an den Fahrkartenautomaten, in Broschüren und in der App der Bahn finden sich die Infos zur Fahrplanänderung.

Ersatzfahrplan in der Kritik

Allerdings sei die Darstellung der Fahrpläne verbesserungswürdig, so Moritz Falgowski, Landesvorstand Sachsen-Anhalt des Deutschen Bahnkunden-Verbands. „Wir hören oft davon, dass die Bahnkunden die Fahrpläne als unübersichtlich empfinden und diese nicht auf Anhieb verstehen. Da sehe ich noch Verbesserungspotenzial“, sagte Falgowski.

Um es den Bahnkunden leichter zu machen, sind auch Kundenbetreuer und zwölf Reisendenlenker der Bahn im Einsatz, um bei den Umstiegen behilflich zu sein. Die Reisendenlenker stehen am Sonnabend von 6 Uhr bis 21.30 Uhr und am Sonntag von 6 Uhr bis 14.30 Uhr zur Hilfe bereit und weisen beispielsweise den Weg zu den Bussen.

In den Nachtstunden übernehmen die Kundenbetreuer der Züge diese Aufgabe. Grundsätzlich sollten Bahnkunden aber mehr Zeit für ihre Reise einplanen – das empfehlen die Deutsche Bahn, wie auch der Deutsche Bahnkunden-Verband.

Moritz Falgowski vom Bahnkunden-Verband rät zu Gelassenheit. Zwei Tage Sperrung seien eine recht erträgliche Zeitspanne. Zum Vergleich: Der Hauptbahnhof in Halle war im vergangenen November über eine Woche gesperrt.

Grundsätzlich begrüßt der Verband die Modernisierung. Falgowski: „Vermutlich dürften einige Fahrgäste genervt auf die Fahrplanänderungen reagieren, doch ich gehe davon aus, dass die Modernisierung das wert ist – schließlich ist der Magdeburger Bahnhof bisher kein Schmuckstück.“

Doch vielleicht wird er das noch, denn die Arbeiten am Wochenende sind erst der Anfang. Schließlich soll der Magdeburger Bahnhof bis Mai 2019 generalüberholt werden.